Kuriositäten-Adventskalender

Hier gelangst du zu den Kalendern der letzten Jahre. Um im Advent immer automatisch die neuesten Türchen zugeschickt zu bekommen, kannst du den Feed abonnieren. Und um den bisherigen Inhalt des Kalenders anzusehen, kannst du auch einfach weiter runter scrollen. Viel Spaß!

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2016

2017

Übersicht aller offenen Türchen

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1. Dezember 2011:
Charlie bit me!

Einfach mal angucken.

Erklärungen gibt's morgen.

2. Dezember 2011:
Was ist ein Mem?

Nach dem Jumpstart gestern heute ein wenig Hintergrund:

Der Begriff "Mem" wurde 1976 vom Evolutionsbiologen Richard Dawkins in Analogie zum "Gen" geprägt: Während das Gen die kleinste biologische Informationseinheit ist, stellt ein Mem eine kleine kulturelle Informationseinheit dar, einen Gedanken, eine Idee, die innerhalb einer Kultur zirkuliert. Zum Beispiel, dass man eine Hose trägt.

Ein Internet-Mem ist nun eine solche Gedankeneinheit, die im Internet in Umlauf kommt. Oft handelt es sich dabei um ein Video oder ein Bild, das aus irgendeinem Grund von vielen als unterhaltsam oder interessant empfunden und deshalb weitergegeben oder weiterverarbeitet wird.

In diesem Kalender möchte ich euch die schönsten und bekanntesten Meme vorstellen, die auf unterhaltsame Art und Weise ein Stück Internet-Kultur vermitteln. Viel Spaß, und willkommen im Kreis der Eingeweihten!

3. Dezember 2011:
Trojan Room Coffee Pot

Dies ist nach allgemeiner Auffassung das erste Internet-Mem, das diese Bezeichnung verdient. 1991 richteten Mitarbeiter des damaligen Rechnerlabors der University of Cambridge eine Kamera auf ihre Kaffeemaschine. Das aufgezeichnete Bild konnten sie dann auf ihrem Rechner ansehen - zunächst in einem speziellen Programm, später im Browser (wodurch dies die weltweit erste Webcam wurde). Zweck des Ganzen war es, den Kollegen aus weiter entfernt gelegenen Gebäuden den Füllstand der Kaffeekanne zu zeigen und ihnen somit den Weg zur unter Umständen völlig leeren Kanne zu ersparen.

Als ungewöhnliche Nutzung des damals noch ganz jungen World Wide Web erlangte diese Einrichtung schnell Bekanntheit. 2001 wurde die Kamera abgeschaltet und für etwa 4000 Euro an Spiegel Online versteigert.

4. Dezember 2011:
Dramatic Chipmunk

Eigentlich handelt es sich hier um kein Eichhörnchen, sondern um einen Präriehund.

Variationen

5. Dezember 2011:
Nyan Cat

Ein relativ junges Mem, existiert seit Anfang 2011. Nyan Cats Körper ist ein Kirsch-Pop-Tart, eine amerikanische Teigware zum Aufbacken im Toaster. "Nyan" ist das japanische Wort für unser "Miau".

Variationen:

6. Dezember 2011:
:-)

Auch Smileys (oder allgemeiner: Emoticons) kann man als Internet-Mem auffassen. Der Ursprung war folgender Eintrag am elektronischen schwarzen Brett einer Universität in Pennsylvania:

19-Sep-82 11:44 Scott E Fahlman :-)
From: Scott E Fahlman

I propose that the following character sequence for joke markers:

:-)

Read it sideways. Actually, it is probably more economical to mark things that are NOT jokes, given current trends. For this, use

:-(

Naja, und das löste dann die Serie von Emoticons aus, die ihr alle kennt. Ein paar (aus meiner Perspektive) "aktuelle" Entwicklungen:

7. Dezember 2011:
Dancing baby

Ebenfalls ein sehr frühes Mem. Ursprünglich war es eine Beispieldatei, die demonstrieren sollte, was man mit der 3D-Animations-Software "Character Studio" so anstellen konnte. Verbreitete sich dann rasch per Kettenmail. Hier isses mit Musik.

Ich erinner' mich, dass es für unseren ersten (Windows 98-)Rechner mal nen Bildschirmschoner mit diesem Baby gab.

8. Dezember 2011:
LOLcats

Ein Klassiker. LOLcats sind lustige Katzenbilder mit ebenso lustigen Bildunterschriften in gebrochenem Englisch. Nebenstehend ist eine der bekanntesten LOLcats, mein persönlicher Favorit ist nach wie vor diese hier.

Die LOLcats sind eine große Mem-Familie, mit vielen Untermemen, wie Longcat, Ceiling Cat, ... (siehe unten). Katzenfans nehmen oft den Samstag zum Anlass, um neue LOLcat-Bilder zu veröffentlichen und nennen diesen Tag dann Caturday.

Noch ein paar schöne: 1, 2, 3, 4

9. Dezember 2011:
Rickroll

Rickrolling ist ein spezieller Streich. Man versucht, einer Person möglichst oft einen Link zu Rick Astleys Song “Never Gonna Give You Up” von 1987 unterzuschieben. Dazu gibt man vor, der Link verweise stattdessen auf eine interessante oder relevante Information. Klickt das Opfer auf den Link, hat man es geschafft, dieses "zu rickrollen".

Das Mem existiert seit Mitte 2007, als jemand das Video als Link zu einem Computerspiel-Trailer tarnte.

Zum Abschluss gibt's heute ein Rezept für kandierte Bratäpfel.

10. Dezember 2011:
Banana Phone

Ein Kinderlied des Sängers Raffi von 1994. Das Mem hatte um 2004 seinen Höhepunkt. Fragen nach dem warum und wieso kann heute niemand mehr klären.

11. Dezember 2011:
All Your Base Are Belong to Us

Ein wirklich altes Mem. 1998 popularisiert, stammt die Phrase aus einem alten Weltraum-Computerspiel von 1989. Es ist eine fehlerhafte Übersetzung von "All of your bases are under our control".

12. Dezember 2011:
Annoying Orange

Die "nervende Orange" ist Hauptdarsteller eine Clipreihe des amerikanischen Filmemachers Dane Boedigheimer. Die beste Möglichkeit, einen Eindruck vom Humor der Reihe mitzukriegen, ist, die erste Folge anzusehen.

Die Videos sind mit schönen Spezialeffekten und vielen Wortwitzen angereichert. Es gibt inzwischen unzählige Folgen, in denen die Orange die verschiedensten Lebensmittel nervt.

13. Dezember 2011:
Badger Badger Badger

Dieses Video mit vielen tanzenden Dachsen, einem Pilz und einer Schlange wurde 2003 von Jonti Picking erstellt. Durch den dadaistisch anmutenden Inhalt, den pulsierenden Rhythmus und die Wiederholungen sagt man ihm hypnotische Wirkungen nach.

14. Dezember 2011:
Yo Dawg

Gut, hierfür muss ich etwas ausholen: Es gibt da diesen amerikanischen Rapper namens "Xzibit". Der hat im MTV mal die Show "Pimp My Ride" moderiert, in der alte Autos ausgebaut werden. Wenn zum Beispiel jemand gerne Musik hört, kriegt er ein tolles Soundsystem ins Auto gebastelt. Wenn jemand gerne bügelt, bekommt er ein Bügelbrett eingebaut. Damit er bügeln kann, WÄHREND er Auto fährt. Das führte zu folgendem Template:

"Yo dawg, I herd you like X, so I put an X in your Y so you can VERB while you VERB"

Oft ist dabei X = Y. Es geht also um Rekursion, um Dinge, die sich selbst enthalten. Aus diesem Template kann man nun beliebig viele Bild/Wort-Kombinationen bauen.

Beispiele: 1, 2, 3

15. Dezember 2011:
Will it Blend?

Eine Marketing-Kampagne des Standmixer-Herstellers "Blendtec".

Berechtigte Frage in den Kommentaren: Ob sich der Mixer selbst mixen kann?

16. Dezember 2011:
Laughing babies!

17. Dezember 2011:
Double Rainbow

Mann sieht Anfang 2010 einen doppelten Regenbogen. Und dreht total am Rad.

Für den Song wurde eine Technik namens Autotune benutzt, die es ermöglicht, beliebige (auch einfach gesprochene Worte) in eine bestimmte Tonlage zu bringen. Das Verfahren wird regelmäßig zum Weiterentwickeln von Memes benutzt. Nebenbei bemerkt: Auch bei "professionellen" Sängern ist das heutzutage sehr beliebt, um schiefe Töne glattzubügeln.

18. Dezember 2011:
O RLY?

Abkürzung für ein ironisches "Oh, really?". In Verbindung mit dem Schneeeulen-Foto tritt es seit 2003 als Antwort auf triviale oder zweifelhafte Äußerungen auf.

Eine Bildersuche zeigt die vielen Variationen, die es gibt.

19. Dezember 2011:
Chocolate Rain

Ein Song von Tay Zonday, das tausendfach parodiert wurde. 2007 hochgeladen, fand es wegen diverser Faktoren (Stimme, Gesichtsausdruck, Gesangstechnik, Inhalt) schnell Aufmerksamkeit.

Varianten:

Tja, und der Typ wurde später dann ziemlich berühmt, spricht jetzt Synchronisationen und spielt in Werbespots mit.

20. Dezember 2011:
THE GAME

Bei diesem Spiel kommt es darauf an, nicht an das Spiel zu denken. Denkt man an das Spiel, verliert man es. Das ist die einzige Regel. Es wurde in den 80er Jahren in Cambridge erdacht und verbreitete sich ab 2002 im Internet.

Einige Leute machen sich einen Spaß daraus, aus heiterem Himmel heraus "THE GAME" zu sagen oder zu schreiben, was dazu führt, dass alle, die das mitbekommen, sofort verlieren.

Also, immer dran denken, nicht dran denken! Und los!

21. Dezember 2011:
Over 9000!

Diese Phrase wird in einer Folge der Anime-Serie "Dragon Ball Z" benutzt und beschreibt dort den "Power Level" eines Kämpfers.

Das Mem ist nun ein Synonym für "übermäßig viel". Weißt du, wieviel Sternlein stehen? - Over 9000!

(Fun Fact: In der Comic-Vorlage sind es nur "over 8000".)

22. Dezember 2011:
Trololo song

Auch als "Russian Rickroll" bekannt, zeigt dieses Video den russischen Sänger Edward Hill in einer furchtbar schlecht lippensynchronisierten Aufzeichnung eines Songs mit dem Namen (auf Englisch) "Indeed, I am very glad that I finally am returning home". Insbesondere der Gesichtsausdruck und der Refrain, der nur aus dem Laut "LOL" besteht haben für die Verbreitung dieses Mems ab Ende 2009 gesorgt.

Variationen:

23. Dezember 2011:
Giga Pudding!

Werbefilm für einen japanischen Riesenpudding zum Selbermixen, der 2008 auf den Markt kam. Was man oft hört, sind die Worte "puri purin", "frischer Pudding".

Das Video

Songtext zum Mitsingen:

Puri Purin Puri Purin
Sugoku Dekkai Giga Purin (Sugoku Dekkai = so groß)
Puri Purin Puri Purin
Kyoumo Pa-ti- Giga Purin (Kyoumo Pa-ti- = lasst uns heute feiern)
Puri Purin Puri Purin
Dekakute Happi- Giga Purin (Dekakute Happi- = ist groß und glücklich)

Puri Puri Puri Puri Giga Purin
Minnade Tabeyou Giga Purin (Minnade Tabeyou = lasst uns essen)

Puri Puri Puri Puri Giga Purin
Very Big ni Giga Purin
Puri Puri Puri Puri Giga Purin
Giga Purin!

Giga Purin Giga Purin
Giga Purin!

Puri Purin Puri Purin
Sugoku Dekkai Giga Purin
Puri Purin Puri Purin
Kyoumo Pa-ti- Giga Purin
Puri Purin Puri Purin
Dekakute Happi- Giga Purin

Puri Purin

Giga Purin

Puri Puri Puri Puri Giga Purin
Minnade Tabeyou Giga Purin

Puri Puri Puri Puri Giga Purin
Very Big ni Giga Purin

Puri Puri Puri Puri Giga Purin
Minnade Pa-ti- Giga Purin

Giga Purin Giga Purin
Giga Puri

24. Dezember 2011:
Le Internet Medley

Als letztes gibt's jetzt einen besonderen Leckerbissen, einen Song, in den OVER 9000 über 40 Meme eingebaut sind. Die kamen natürlich nicht alle in diesem Kalender vor, aber du wirst viele alte Bekannte wiedererkennen. Viel Spaß!

Das beendet unsere kleine Mem-Ausstellung. Bin gespannt, welche ihr am liebsten mochtet!

In diesem Sinne: THE GAME! Ponies! Danke für euer Interesse! And long live the Internet!

1. Dezember 2012:
I Love Cats

Willkommen im Memkalender 2012! Wenn du nicht weißt, was ein Mem ist, guck dir am besten erstmal dieses Türchen aus dem letzten Jahr an. Und dann: Viel Spaß!

Mitte 2011 nahm „Debbie“ dieses Video für eine Datingseite auf, das etwas anders verlief, als sie es geplant hatte.

Das restliche Repertoire, das man sich von der Dame auf YouTube ansehen kann, lässt übrigens darauf schließen, dass das Video gestellt war.

2. Dezember 2012:
Gangnam Style

Dieser Pop-Song vom Koreaner PSY musste schon deshalb hier aufgenommen werden, weil er mit über 800 Millionen Views zur Zeit das meistgesehene Video auf YouTube darstellt.

Das originale, offizielle Video ist von der GEMA gesperrt worden (seufz), aber hier ist eine untertitelte Version.

„Gangnam Style“ stellt wohl eine Satire auf die Lebensart im luxoriösesten Stadtteil Seouls dar.

Insbesondere zwei Varianten haben sich vor der US-Wahl herausgebildet: Vote Obama Style und Mitt Romney Style – interessanterweise unterstützen beide Obama ;-)

3. Dezember 2012:
My Little Pony

Eine Fernsehserie über eine heile, bunte Welt voller Ponys! Jede Folge lehrt eine moralische Lektion. Perfekt, um den grauen, stressigen Alltag zu vergessen.

Niemand weiß mehr, wie es dazu kam, aber irgendwann schwappte die Serie ins Internet hinein und erfreut sich seitdem (auch bei vielen erwachsenen Männern) größter Beliebtheit. Letzere nennen sich stolz „Bronies“ (aus brothers und ponies).

4. Dezember 2012:
But Then I Took an Arrow In the Knee

„The Elder Scrolls V: Skyrim“ ist ein Computerrollenspiel, in dem der Spieler große Freiheit hat: Er kann die Fantasy-Welt erkunden, Drachen bekämpfen und viele Dörfer besuchen. Einige Dortbewohner haben eine eigene Persönlichkeit, aber viele sind generisch und austauschbar und haben daher nur einen beschränkten Wortschatz. Und einer der Sätze, die diese Nichtspielercharaktere gelegentlich wiederholen, und den man insgesamt sehr oft im Spiel hört, lautet “I used to be an adventurer like you, then I took an arrow in the knee.”

5. Dezember 2012:
Sad Keanu

Der kanadische Schauspieler Keanu Reeves (bekannt vor allem von seiner Rolle als Neo in der Matrix-Triologie) sitzt 2010 im Park und isst ein Sandwich. Ein Paparazzo macht dieses Foto und veröffentlicht es irgendwo. Und weil Keanu auf dem Foto ein bisschen bedröppelt guckt, denkt sich jemand die Bildunterschrift “I really enjoy acting… Because when I act, I’m no longer me” aus.

Ausgangspunkt für viele weitere „traurige“ Varianten.

6. Dezember 2012:
X All the Y

Mal wieder so ein Bild-Template, in das man beliebige Sachen einsetzen kann.

7. Dezember 2012:
Hatsune Miku

Heute gibt’s ein Mem aus Japan. Du musst bitte zuerst dieses Musikvideo anhören:

Nicht weiterlesen, bis du ins Video reingehört hast!

Gut.

Dann kann ich jetzt verraten, dass die Stimmen von einem Computerprogramm erzeugt wurden, von einem Sprachsynthesizer namens Vocaloid. Zur Vermarktung des Programms hat die Herstellerfirma die Animefigur Hatsune Miku erschaffen, die nun untrennbar mit der Stimme verbunden ist und von Fans verehrt wird wie eine lebendige Sängerin.

Mehr:

Nicht fehlen darf hier eine andere Stimme des Synthesizers, Ron in einer zehnstündigen Endlosschleife. Viel Spaß ;-)

8. Dezember 2012:
Trollface

Das Trollface, auch bekannt als Coolface, ist eine Paint-Zeichnung des Gesichtsausdrucks von jemandem, der gerade trollt. Sie entstand 2008.

Trollen bedeutet, jemanden absichtlich zu provozieren. Dieser Begriff ist schon viel älter als das Trollface und wird insbesondere im Zusammenhang mit unsachlichen Onlinediskussionen benutzt. Dabei entstand auch die Redensart “Don’t feed the troll”, man solle Trolle nicht „füttern“, indem man ihnen antwortet, sondern sie einfach ignorieren.

Wie auch immer, einen schönen Eindruck vom Wesen des Trollface vermittelt dieses nette [Flashgame]( http://www.thegamehomepage.com/play/trollface-the-game/).

Eng verbunden sind Troll Science Comics: Eine unwissenschaftliche, aber oberflächlich oft glaubwürdige Technik zum Fliegen/Geld verdienen/Unsinn beweisen wird angegeben, gefolgt vom Trollface und dem Wort “Problem?!”. Es gibt inzwischen eine eigene Website voller Troll Science Comics. Enjoy!

9. Dezember 2012:
Epic Sax Guy

2010. Eurovision Song Contest. Moldawien. Und dann kommt... er.

10. Dezember 2012:
iPhone Whale

11. Dezember 2012:
Google Search Easter Eggs

Easter Eggs sind versteckte, unterhaltsame Features in Programmen oder auf Websites. Die Leute, die die Google-Suche machen, haben ihrerseits ein paar Meme aufgegriffen:

Probiert mal aus, folgende Begriffe zu googlen. Wenn ein Begriff bei euch nichts ungewöhnliches tut, müsst ihr vielleicht auf google.com wechseln.

12. Dezember 2012:
Advice Animals

Bei vielen Memen lässt sich schlecht nachverfolgen, wann und wo sie entstanden sind. Ganz im Gegensatz dazu kann man bei folgendem Mem ganz genau Zeit und Ort der Entstehung angeben:

7. September 2006, 04:36:49 PM, Super Mario-Fan-Forum “The Mushroom Kingdom”, Thread “Guide to Kissing”. Jemand bittet um Ratschläge für den ersten Kuss, und jemand anderes antwortet mit nebenstehendem Bild (ohne den Text; im Forum funktioniert der Link auf das Originalbild nicht mehr, war in Reply #21). Sein Hund heiße Boba Fett und der Hintergrund sei von Katamary Damacy inspiriert (google it).

Naja, und irgendwie fanden das alle toll und haben wie schon bei den LOLcats angefangen, das Bild mit Texten zu ergänzen, die meistens einen wenig hilfreichen Ratschlag enthalten.

Über die Jahre sind daran angelehnt weitere solcher „Advice Animal“-Imagemakros entstanden, unter anderem Foul Bachelor Frog, High Expectations Asian Father, Socially Awkward Penguin, Success Kid, und Lame Pun Coon – die haben alle ihre eigene Geschichte. Sie stehen jeweils für eine bestimmte Persönlichkeit, die in dem damit verbundenen Text zum Ausdruck kommt.

Nö, ich weiß auch nicht, was die Leute daran finden, aber die Teile sind unheimlich verbreitet.

13. Dezember 2012:
What Is Love?

Der Song von 1993 lief in einer Szene der amerikanischen Komödie A Night at the Roxbury (1998), welche seit 2005 parodiert wird. So einfach kann das manchmal sein.

14. Dezember 2012:
tl;dr

Steht für too long; didn't read und ist die Antwort auf unnötig lange Texte. Der Ausdruck entstand 2003 und ist inzwischen fester Bestandteil der Forenkultur.

Oft wird inzwischen auch in einer Art vorauseilendem Gehorsam langen Artikeln oder Mails ein “tl;dr”-Absatz vorangestellt, in dem der Inhalt auf die Kernaussage komprimiert wird. Warum nicht gleich so ;-)

15. Dezember 2012:
Fingerboxes

Diskussion in einem öffentlichen Forum:

„Ist eine Fingerbox aus Aluminium ihr Geld wert?“ – „Also, ich hatte früher eine aus Holz, und die hat prima funktioniert.“ – „Mein Großvater hat mir eine mit zwei Löchern vermacht, finde ich zwar schick, aber unnötig.“

… und dieses Spielchen geht so lange, bis jemand fragt, was denn nun eine Fingerbox sei, über die alle sprächen. Dann darf man ihn auslachen.

16. Dezember 2012:
Grumpy Cat

17. Dezember 2012:
Leeroy Jenkins

2005. Im Online-Rollenspiel World of Warcraft führt eine Gruppe Spieler strategische Diskussionen vor einem großen Kampf. Doch noch bevor diese abgeschlossen sind, springt „Leeroy“ auf, brüllt seinen Namen und stürzt sich in den Kampf. Anderthalb Minuten Chaos später sind alle tot.

Das Video war offensichtlich gestellt, hat aber so viel Aufsehen erregt, dass die Firma hinter dem Spiel ein Achievement namens Leeeeeeeeeeeeeroy und nebenstehende Sammelkarte erstellt hat ;-)

18. Dezember 2012:
Planking

Auch bekannt als "Lying Down Game". Menschen legen sich mit dem Gesicht nach unten steif auf den Boden und lassen sich fotografieren.

Angefangen haben 1997 zwei Briten, später breitete sich das Spiel über Facebook aus, bis 2009 die Medien aufmerksam wurden.

Es gab wohl tatsächlich mindestens zwei Todesfälle durch Planking in großer Höhe.

19. Dezember 2012:
42

In Douglas Adams fünfteiliger "Per Anhalter durch die Galaxis"-Triologie möchten die Menschen "die Antwort auf das Leben, das Universum und alles" wissen und bauen einen großen Computer, der die ausrechnen soll. Nach Millionen von Jahren ist es soweit, der Computer verkündet feierlich, die Antwort sei...

... 42. Er habe mehrmals nachgerechnet. Wichtiger sei es aber wohl, die Frage herauszufinden.

Warum hat Adams ausgerechnet diese Zahl gewählt? Fragen wir ihn selbst! (1993)

The answer to this is very simple. It was a joke. It had to be a number, an ordinary, smallish number, and I chose that one. Binary representations, base thirteen, Tibetan monks are all complete nonsense. I sat at my desk, stared into the garden and thought '42 will do'. I typed it out. End of story.

Übrigens, versuch mal, nach "the answer to life the universe and everything" zu Googlen.

20. Dezember 2012:
Profit!

Template:

  1. Schritt 1
  2. Schritt 2
  3. ???
  4. Profit!

Stammt aus einer Southpark-Folge von 1998, in dem nebenstehender Plan erdacht wird.

Hier ist übrigens das Geheimnis, wie man ein Mem startet:

  1. Komische Dinge im Internet veröffentlichen.
  2. ???
  3. Profit!

21. Dezember 2012:
Spaaace!

Während des Endkampfs im Computerspiel Portal 2 tauchen verschiedene "Persönlichkeiten" des Antagonisten auf. Einer möchte Abenteuer erleben, einer kennt viele Fakten. Und einer möchte in den Weltraum!

Überhaupt, solltest du die Portal-Spiele nicht kennen, empfehle ich dir dringend, das zu ändern!

22. Dezember 2012:
Numa Numa Guy

2004 lud ein Typ aus New Jersey ein Video hoch, in dem er den moldavischen Pop-Song "Dragostea din tei"... äh... performte. Der Name leitet sich von der Zeile "nu mă, nu mă iei" ab.

Nachdem das ein Mem geworden war, erstellte er erst ein weiteres Video, dann noch ein paar.

23. Dezember 2012:
Cool Story, Bro!

Eine sarkastische Antwort auf Diskussionsbeiträge, die langweilig, sinnlos oder zu lang sind (siehe auch tl;dr).

Die nebenstehende Grafik, die oft mit dem Ausdruck verbunden wird, entstammt dem Marvel-Comic The Incredible Hercules #122.

24. Dezember 2012:
Keyboard Cat

Dieses Mem ist erstaunlich früh: Mitte der 80er zog jemand seiner Katze ein T-Shirt an und bewegte ihre Pfoten so, dass es aussah, als würde sie Keyboard spielen.

Von VHS-Kassette wanderte das Video irgendwann auf YouTube, wo es 2009 vermemte. Jemand hängte mit den Worten "Play him off, Keyboard Cat!" an das Video eines Mannes, der eine Rolltreppe herunterfällt, in Analogie zu Varieteeshows, in denen schlechte Darstellungen von der Band "von der Bühne gespielt" werden.

Und damit sind wir am Ende des diesjährigen Memkalenders angelangt. Wenn du magst, kannst du dir nochmal Le Internet Medley vom letzten Jahr angucken - du wirst nun ein paar mehr Meme darin entdecken, die dieses Jahr vorgestellt wurden.

Danke für dein Interesse! See you next year!

Play the calendar off, Keyboard Cat!

1. Dezember 2013:
Harlem Shake

Hallo! THE GAME! :-) Den Memkalender gibt es schon seit zwei Jahren. Was zur Hölle ist ein Mem, fragst du dich? Hier entlang. Und nun viel Spaß!

Am 2. Februar 2013 luden fünf Jugendliche aus Queensland ein Video auf YouTube, in dem sie zu einem Ausschnitt des (inhaltlich belanglosen) Songs Harlem Shake durcheinandertanzen. Die Formel, die sich während der ersten Nachahmungen herausgebildet hat, ist folgende:

Tja, das Ganze ist dann explodiert, wie Meme halt so explodieren, und nach zwei Wochen gab es dann über 40000 Versionen davon, hier ist ein winziger Ausschnitt:

2. Dezember 2013:
Intelligent Falling

In Amerika gibt es ja Leute, die Darwins Evolutionstheorie anzweifeln und die Theorie des Intelligent Design dagegensetzen: Lebewesen seien so komplex, dass sie nicht durch Zufall entstanden, sondern nur das Werk eines "Intelligenten Schöpfers" sein könnten. Und diese Theorie solle doch bitteschön als gleichberechtigte Theorie der Entstehung von Lebewesen an den Schulen gelehrt werden.

Warum soll man nicht auch Newtons Gravitationstheorie anzweifeln können? Vertreter des Intelligent Falling argumentieren, die Planetenbewegungen seien viel zu komplex, als dass sie durch "Naturgesetze" hervorgerufen werden könnten - es müsse einen "Intelligent Pusher" geben, der die Dinge bewege. Auch diese alternative Theorie solle neben dem problematischen "Newtonismus" an den Schulen vorgestellt werden. Das "IF" sei nicht wiederlegbar, während sich die aktuell als gültig angesehenen Naturgesetze jederzeit als falsch herausstellen könnten!

Das Konzept des wurde zunächst in nebenstehendem Comic vorgestellt; Ein früher Blogpost von Josh Rosenau, der die Theorie entscheidend prägte, ist auch durchaus lesenswert ;-)

3. Dezember 2013:
Schnappi, das kleine Krokodil

Wenn ich mal persönlich sprechen darf: Das Schnappi-Phänomen ist inzwischen lange genug her, dass ich es ertrage, mich damit zu beschäftigen.

Die Produzentin Iris Gruttmann schrieb das Lied bereits 2001 für den WDR und ließ ihre Nichte Joy den Text einsingen. Es erschien zunächst auf Kassette (Lieder & Geschichten mit der Maus), kam dann Anfang 2004 als MP3 ins Internet, verbreitete sich über Tauschbörsen und Foren und wurde schließlich vom Radiosender SWR 3 ins Programm aufgenommen, was im Laufe des Jahres eine breite Bekanntheit erzeugte. Am 6. Dezember 2004 wurde eine leicht bearbeitete Single veröffentlicht, die sich 1,7 Millionen mal verkaufte und sich 10 Wochen auf Platz 1 der deutschen Charts hielt.

Es folgten internationale Versionen wie Crocky, le petit crocodile, die aber nicht so populär wurden wie das Original.

Der Erfolg des Songs wird manchmal aus Beleg dafür angegeben, dass die illegale Verbreitung von urheberrechtlich geschütztem Material nicht immer zu Umsatzeinbußen führen muss.

4. Dezember 2013:
Rage Guy

Neben dem Trollface ist der Rage Guy ein weiteres sehr bekanntes mit Paint gemaltes Meme Face. Es ist 2008 entstanden, und stellt meist das letzte Panel eines kurzen Comics dar, in dem der Hauptperson unangenehme oder ärgerliche Dinge zustoßen, woraufhin diese ein "FU--" ausstößt.

5. Dezember 2013:
Priiiiiiiiiiiiiiiiil

Anfang 2011 startete Pril einen Design-Wettbewerb, bei dem man Etiketten für die Spülmittelflaschen entwerfen, hochladen und über andere Entwürfe abstimmen konnte. Die Vorschläge nicht vorzufiltern war eine sehr gute Idee, denn so konnten viele anonyme Leute ihre ungewöhnlichen, einzigartigen Ideen einbringen.

Nebenstehender Entwurf lehnt sich an den Rage Guy an, beliebt waren außerdem die Designs "Schmeckt lecker nach Hähnchen" sowie "Hermanns Grillsaison", die schnell auf die vorderen Plätze gevoted wurden.

Pril fing dann doch an, Designs zu filtern, nahm den bisherigen Favoriten Stimmen weg und entfachte so einen Shitstorm von Manipulationsvorwürfen. Die (von Pril unabhängig von den Votes ausgesuchten) "Gewinner" des Wettbewerbs waren zwei normale Motive. Doch immerhin willigte Pril ein, das Priiiiiiiiiiiiiiiil-Motiv als "Sammeredition" in geringen Stückzahlen in den Handel zu bringen. Aber so bald machen sie sicher keinen offenen Wettbewerb mehr...

6. Dezember 2013:
Narwhals, Narwhals

Vielleicht erinnert ihr euch an Badger Badger Badger - der Typ dahinter heißt Weebl und hat noch viele weitere Videos gemacht. Eins der bekannteren ist dieser Clip über Narwale. Viel Spaß!

7. Dezember 2013:
The Million Dollar Homepage

Um Geld für sein Studium zu sammeln, erstellte ein englischer Student 2005 eine Website mit 1000 mal 1000 grauen Pixeln. Diese Pixel bot er für einen Dollar pro Stück zum "Kauf" an, wodurch man ihren Inhalt und einen damit verknüpften Link bestimmen konnte. Das ganze wurde viral, innerhalb von vier Monaten waren nur noch tausend übrig, die wiederum bei einer Versteigerung für mehrere zehntausend Dollar weggingen.

Die Idee wurde dann natürlich kopiert und parodiert ;-)

8. Dezember 2013:
Bonsai Kitten

Wenn man Katzen in kleinen Glasbehältern aufzieht, wachsen ihre Knochen weniger und man bekommt Bonsai-Katzen! Das behauptete zumindest "Dr. Michale Wong Chang" vom "MIT" ums Jahr 2000 auf seiner Website. Tierschützer protestierten, wodurch die Seite mehrmals umziehen musste.

Fun Fact: In Japan wird das Verfahren erfolgreich auf Wassermelonen angewendet!

9. Dezember 2013:
Es ist drei Uhr!

Nach wie vor episch: Das Projekt der Kamelopedia zur "Übersetzung der Aussage 'Es ist drei Uhr' in die führenden Weltsprachen". Einfach mal angucken.

Gemäß den angegebenen Sicherheitshinweisen möchte ich dazu raten, die gesamte Liste auswendig zu lernen. Eine Auswahl:

Eure Lieblingssprache fehlt? Seid mutig!

10. Dezember 2013:
asdfmovie

Die asdfmovies bestehen aus sehr kurzen, dadaistischen Animationen mit oft recht schwarzem Humor. Sie sind eine Quelle vieler kleiner Mini-Meme (mine turtle, do the flop!, I like trains!). Begonnen haben die meisten davon als comic strips, der Schöpfer ist der YouTuber TomSka (der auch viele andere schöne Videos erstellt!)

Hier ist die Playlist aller sieben movies auf Youtube (ja, sieben!!1)

11. Dezember 2013:
Facepalm

Hier geht es allein um den Begriff, dessen erstmalige Verwendung 2004 nachgewiesen werden kann. Er bezeichnet die interkulturelle Geste, die Handfläche zügig in Kontakt mit dem eigenen Gesicht zu bringen.

Hier abgebildet ist der bekannte facepalm von Picard aus Season 3, Episode 13 von Star Trek: The Next Generation ist im Original (0:57) übrigens gar nicht so facepalmig.

Die ASCII-Representation "m(" wurde durch Erwähnung in Fefes Blog Anfang 2010 populär.

12. Dezember 2013:
BatDad

Zur Abwechslung mal wieder ein frisches Mem! Im September dieses Jahres begann ein vierfacher Vater kurze Videos über Situationen in seiner Familie zu veröffentlichen, in denen er eine Batman-Maske trägt, und wurde damit sehr schnell sehr internetberühmt.

13. Dezember 2013:
Cat Breading

Hierzu gibt es nicht viel zu erzählen: Erstes Aufkommen 2011, memetische Verbreitung, OMG!

14. Dezember 2013:
Owling

Remember Planking? Zum Hochpunkt der Popularität dieses Mems, im Juli 2011, entstanden weitere Ableger, zum Beispiel das hier abgebildete Owling. Original-Thread, memetische Verbreitung, OMG!

Menschen sind seltsam ^^

15. Dezember 2013:
Doge

Der Ausdruck "doge" für einen Hund verbreitete sich über die letzten Jahre auf nicht mehr wirklich nachvollziehbaren Wegen. Eins der frühen Auftreten war der Polite doge. Heutzutage besteht das Doge-Mem aus Fotos der Hunderasse Shiba Inu, die mit falsch geschribenen Fetzen inneren Monologs in der Schriftart Comic Sans beschriftet sind. Richtig populär wurde das Mem erst Mitte dieses Jahres.

Nicht zuletzt gibt es jetzt auch einen Doge subreddit.

Übrigens solltet ihr mal auf YouTube nach "doge meme" suchen ;-)

16. Dezember 2013:
Chuck Norris Facts

Ab 2005 verbreiteten sich diese "Fakten" über den harten, starken, männlichen Kampfkünstler. Vorausgegangen war eine ähnliche Sammlung von lächerlichen Fakten anlässlich Vien Diesels Rolle in Der Babynator. Die Originalsammlungen sind leider beide nicht mehr zu finden.

Beispiele aus der Wikipedia (DEprecated version):

Hier ist eine große Sammlung deutscher Facts.

Übrigens, offizielle Stellungnahme:

I've seen some of them. Some are funny. Some are pretty far out. Being more a student of the Wild West than the wild world of the Internet, I'm not quite sure what to make of it. It's quite surprising. I do know that boys will be boys, and I neither take offense nor take these things too seriously. Who knows, maybe these made up one-liners will prompt young people to seek out the real facts as found in my recent autobiographical book (blah blah blah) ...

Später verklagte er dann wohl einen Verlag, der ein Buch mit den Fakten herausbringen wollte mit der Begründung, die Leser könnten diese für die Wahrheit halten :3

17. Dezember 2013:
Ich will Unreal Tournament spielen!!!

Dieses Video wurde 2006 veröffentlicht und zeigt das im englischen Sprachraum unter diesem Namen bekannte "Angry German Kid" beim Spielen des Egoshooters Unreal Tournament.

Weitere Videos der Person lassen darauf schließen, dass das Video gestellt war.

Weil Leute ohne Deutschkenntnisse ihn ja nicht verstehen, entwickelte sich das Mem, das Video mit Fake-Untertiteln zu versehen (Beispiel).

18. Dezember 2013:
Crazy Frog Brothers

Eigentlich wollte ich über das Marketingvideo des "Jamba Spar-Abos" Crazy Frog schreiben, aber die Crazy Frog Brothers sind noch viel besser. OMG. Unbedingt ganz gucken um den Seilschwung nicht zu verpassen! :-O

19. Dezember 2013:
Hitler Reacts

Dies ist ein sehr bekanntes Mem, bei dem die Bunkerszene aus "Der Untergang" (mit Bruno Ganz als Hitler) mit frei erfundenen Untertiteln versehen wird. Für uns Deutschsprechende ist das etwas merkwürdig, für alle anderen überaus glaubwürdig :-D

Von der Form ähnelt dieses Mem dem untertitelten Angry German Kid, das 2006 ziemlich zeitgleich entstand. Inhaltlich beschäftigt sich der Text meist mit aktuellen, negativ diskutierten Themen:

20. Dezember 2013:
Die Bielefeld-Verschwörung

Warst du schonmal in Bielefeld? Kennst du jemanden aus Bielefeld? Kennst du jemanden, der schonmal in Bielefeld war? Nein??? Das liegt daran, dass es diese Stadt überhaupt nicht gibt! Sie wurde nämlich von IHNEN erfunden! SIE arbeiten mit der Regierung zusammen und tarnen so entweder eine Raumschifflandestation oder den Eingang zu Atlantis. Die Häuser, die man vom Bahnhof aus sieht, sind eine Projektion. Nummernschilder, die mit "BI" beginnen, sind eine Fälschung!

21. Dezember 2013:
Trapped in an Elevator for 41 Hours

1999 blieb ein Mann in einem Fahrstuhl stecken und wurde erst nach 41 Stunden wieder befreit. Die Überwachungskameras haben festgehalten, was er in der Zeit so tat.

Als 2008 das Video veröffentlicht wurde, erlangte es im Netz große Bekanntheit. Hier ist noch ein kurzes Interview mit dem Typen (Zusammenfassung). Er sagt dort, er fahre nach wie vor mit Fahrstühlen, "weil das Leben in Manhattan ja sonst unmöglich sei" ;-)

22. Dezember 2013:
My baby caught me sleeping…

23. Dezember 2013:
I Can Eat Glass

Hierbei handelt es sich um ein sehr altes Projekt, bei dem die Aussage "I can eat glass, it does not hurt me" in möglichst viele Sprachen übersetzt wurde (siehe Es ist drei Uhr). Der Autor will damit Reisenden einen Satz an die Hand geben, der sie nicht gleich als Tourist entlarve. Stattdessen würden sie als "verrückte Einheimische gesehen und mit Würde und Respect behandelt".

24. Dezember 2013:
Waffle Falling Over

Im September dieses Jahres wurde die Menschheit Zeuge eines unglaublichen Ereignisses… Mein Lieblingsmem des Jahres :-)

So, und nun bedanke ich mich für euer Interesse und wünsche frohes Schlemmen und einen erfolgreichen Jahreswechsel! Ich glaube, nächstes Jahr gibt es an dieser Stelle einen Kuriositätenkalender. Also, bis dann!

1. Dezember 2014:
The Candy Desk

Herzlich willkommen im Kuriositäten-Adventskalender 2014! In den letzten Jahren haben wir uns hier Internet-Meme angeguckt, dieses Mal konzentrieren wir uns auf Kuriositäten der Welt jenseits der Tastatur.

Heute geht es mit einer ganz süßen Geschichte los: Im Sitzungssaal des US-Senats (der "kleinen" Kammer des US-Kongresses, deren Mitglieder die US-Bundesstaaten vertreten), gibt es einen Tisch, dessen Schublade voller Süßigkeiten ist. Ursprünglich 1965 von einem republikanischen Senator für den Eigenbedarf angelegt, wurde er wenige Jahre später zum Allgemeinvorrat und ist seither als Candy Desk bekannt.

In den ersten Jahrzehnten bezahlte der jeweils am Tisch ansässige Senator die Süßigkeiten selbst, später begannen Süßigkeitenhersteller aus dem Heimatbundesstaat damit, das Wiederauffüllen zu sponsern. Momentan gibt es daher Produktte aus Illinois: Wrigley’s Gum, Garrett Popcorn, Tootsie Rolls und Jelly Bellies.

Hier gibt es ein Foto des Tisches. Essen ist im Saal übrigens eigentlich nicht erlaubt.

2. Dezember 2014:
Eija-Riitta Eklöf-Berliner-Mauer

Frau Eklöf-Berliner-Mauer ist eine 1954 geborene Schwedin, die nach eigenen Angaben mit der Berliner Mauer verheiratet war.

Für die Eheschließung 1979 engagierte sie einen Animisten, der zwischen ihr und der Mauer kommunizieren und so auch das Ja-Wort der Mauer weitergeben sollte.

Es gibt einen weiteren bekannten Fall von Objektsexualität, nämlich Erika Eiffel, die 2007 den Eiffelturm "heiratete" und das Unterstützungsnetzwerk OS international gründete. Um Unterschied zum Fetischismus empfinden Objektsexuelle tatsächlich den Gegenstand an sich als anziehend. Ich zitiere von der Homepage:

Nicht alle Objectùm-sexuals lieben ein Objekt, welches sich in der Öffentlichkeit befindet. Aber diejenigen, die ein solches Objekt lieben, sehen sich zweifellos denselben Problemen und Komplikationen einer Fernbeziehung gegenüber.

Es sei denn es gibt ein günstige Voraussetzung, wie z.b. seinem Objekt regelmässig bei der Arbeit zu begegnen.

Eine grosse Entfernung zum geliebten Objekt, macht es hingegen schwierig, dass sich eine zufriedenstellende Beziehung entwickeln kann.

Um diese schwierige Herausforderung zu überwinden, erwerben oder bauen viele Objectùm-sexuals maßstabgetreue Modelle von ihren Lieben nach, die das Original zwar niemals ersetzen können, jedoch soetwas wie eine geistige Verbindung zu ihm aufrecht erhalten. Vergleichbar mit denjenigen, die Fotografien oder Assecoires ihrer abwesenden Partner wie Schmuck an sich tragen, der sie ständig an ihren abwesenden Liebespartner erinnert.

Seit dem Mauerfall bezeichnet sich Frau Eklöf-Berliner-Mauer als Witwe.

3. Dezember 2014:
Schachboxen

Ursprünglich als Kunstperformance gedacht, entwickelte sich Schachboxen seit der Erstaufführung in Berlin 2003 zu einer sehr realen, professionellen, internationalen Wettkampfsportart.

Die Regeln sind einfach: Es werden im Wechsel dreiminütige Box- und Schachrunden ausgetragen, bei insgesamt 11 Runden, wobei mit Schach begonnen wird. Zwischen den Runden gibt es jeweils eine Pause von 60 Sekunden.

Ein Sieg kann durch Schachmatt, Knockout, Aufgabe oder Disqualifikation des Gegners oder Ablauf seiner Bedenkzeit erzielt werden. Nur falls die Schachpartie remis endet, wird nach Boxpunkten entschieden.

4. Dezember 2014:
Der Ussher-Lightfoot-Kalender

Der irische Theologe James Ussher hat im 17. Jahrhundert mal nachgerechnet, wann Gott eigentlich die Welt erschaffen hat, indem er mithilfe der Bibel und historischen Ereignissen ab Jesu Geburt zurückrechnete. Die Bewertung der Methodik überlasse ich jedem selbst ;-)

Der Brite John Lightfoot hatte bereits einige Jahre zuvor ähnliche Berechnungen angestellt, weshalb er oft im gleichen Atemzug genannt wird (und tatsächlich kam er zu einem erstaunlich ähnlichen Ergebnis, was damit zu tun haben kann, dass beide in einem Bereich landen wollten, der von den Gelehrten zu diesem Zeitpunkt ohnehin akzeptiert war. Oh, jetzt habe ich doch bewertet.)

Für die erste Zeit nach der Schöpfung war es ganz einfach Zeiträume zu bestimmen, schließlich enthält die Bibel eine detaillierte Stammfolge der männlichen Nachfahren Adams inklusive Altersangaben. Diverse Bibelfassungen nennen hier zwar unterschiedliche Werte, aber er hielt sich einfach an die hebräische. Irgendwann reißt diese Stammfolge ab, und es wird nur noch die jeweilige Herrschaftsdauer der Könige angegeben. Schließlich reißen auch diese Angaben ab und Ussher musste versuchen, die restlichen Ereignisse in der Bibel und historische Daten in Übereinstimmung zu bringen.

Da dem Begründer der christlichen Zeitrechnung, Dionysius Exiguus ein offensichtlicher Fehler unterlaufen war (man hatte herausgefunden, dass Herodes im Jahr 4 vor Christus gestorben war, weshalb Jesus nicht später geboren worden sein konnte), korrigierte Ussher alle Werte um 4 Jahre nach unten.

Mithilfe weiterer Indizien schränkte er auch die Jahreszeit, Woche, Wochentag und Uhrzeit ein, und verkündete schließlich, wann die Welt erschaffen worden sei:

Am 23. Oktober 4004 v. Chr. um 9 Uhr morgens.

5. Dezember 2014:
Die 24-Stunden-Ameise

Die 24-Stunden-Ameise (paraponera clavata, tropische Riesenameise) lebt an den Küsten Zentral- und Südamerikas und kann bis zu 2,5 cm lang werden.

Das Besondere an ihr ist, dass sie einen Stachel hat, mit dem sie Angreifern ein starkes Gift verabreichen kann.

Es gibt eine Skala, die zur Bewertung der Schmerzhaftigkeit von Insektenstichen benutzt werden kann, den Schmidt Sting Pain Index. Er reicht von 1 ("als ob ein winziger Funke ein einziges Haar auf dem Arm ansengt") über 2 ("als ob jemand eine Zigarre auf deiner Zunge auslöscht") und 3 ("als ob jemand einen Bohrer benutzt, um einen eingewachsenen Zehennagel freizulegen oder man einen Becher mit Salzsäure über eine Schnittwunde schüttet") bis zur Stufe 4+ ("als ob man über glühende Kohlen läuft und dabei einen sieben Zentimeter langen, rostigen Nagel in der Ferse stecken hat").

Die 24-Stunden-Ameise wird auf dieser Skala mit 4+ bewertet, ihre Stiche gelten als die schmerzhaftesten der Welt. Oft werden die Schmerzen so beschrieben, als würde man bei lebendigem Leibe verbrennen. Nach etwa 24 Stunden lassen die Schmerzen nach, das Gift hinterlässt keine bleibenden Schäden im Gewebe.

Fun fact: Es gibt eine südamerikanische Stammesgruppe, die diese Ameisen als Mutprobe und Initiationsritus verwendet: Wer die Schmerzen erträgt, eignet sich als Stammesführer.

6. Dezember 2014:
Alan Smithee

Neulich habe ich beim Recherchieren für ein Seminar-Paper über Esoterische Programmiersprachen über eine Aufzeichnung einer echten Aufführung eines in Shakespeare geschriebenen Programms gestolpert. Als Regisseur wird in den Credits ein "Alan Smithee" aufgeführt. Das hätte ich beinahe so in die References geschrieben, dann dachte ich: "Hm, mal gucken, was der noch so gemacht hat."

Stellt sich heraus: Der Name ist ein Pseudonym, der von Regisseuren benutzt wird, die nicht mit ihrem Film in Verbindung gebracht werden wollen. Erstmals wurde er 1968 beim Film Death of a Gunfighter (Frank Patch – Deine Stunden sind gezählt) benutzt, bei dessen Dreharbeiten es zum Streit zwischen Hauptdarsteller und Regisseur kam, weshalb er von einem anderen Regisseur fertiggestellt wurde. Beide wollten jedoch nicht in den Credits erwähnt werden, weshalb man sich auf den möglichst einzigartigen Namen Alan Smithee einigte. Manche Rezensoren lobten dann diesen "ihnen bisher unbekannten" Regisseur :3

Hier ist seine Filmographie auf IMDb, die 79 Werke umfasst (darunter auch zwei MacGyver-Folgen!).

7. Dezember 2014:
The Magic Roundabout

Der magische Kreisverkehr wurde 1972 in Swindon, Südengland errichtet, um die dort vorher zu Stoßzeiten auftretenden Staus zu vermindern. Er verbindet die fünf meistbefahrenen Straßen der Stadt und besteht aus fünf kleinen Kreisverkehren, die jeweils mit zwei gegenläufigen Straßen verbunden sind. So wird es Autofahrern ermöglicht, sich innerhalb des großen Kreisverkehrs nicht nur im Uhrzeigersinn zu bewegen (wie in England üblich), sondern im Innenring auch entgegen des Uhrzeigersinns fahren zu können, wodurch sie zum Beispiel schneller zur ersten Ausfahrt rechts der Ankunftsstraße gelangen.

Tatsächlich scheint seit Konstruktion des Straßensystems das Stauaufkommen deutlich zurückgegangen zu sein. Einwohner scherzen, das liege daran, dass viele Pendler durch den Kreisverkehr so abgeschreckt seien, dass sie lieber einen Umweg in Kauf nähmen, um ihn zu vermeiden.

8. Dezember 2014:
ORGAN²/ASLSP

ORGAN²/ASLSP ist ein Musikstück von John Cage, das so langsam wie möglich (as slow as possible) auf einer Orgel gespielt werden soll. Die Uraufführung 1989 dauerte 29 Minuten, bei über 3 Minuten pro Notenblatt.

Doch einigen Leuten war das nicht langsam genug. Seit 2001 wird das Stück in einer ungenutzten Kirche in Halberstadt aufgeführt. Es begann mit einer Pause von anderthalb Jahren, weshalb der erste Ton im Februar 2003 erklang. Seitdem gab es zwölf Tonwechsel, der nächste wird am 5. September 2020 stattfinden, save the date! Enden wird das Stück 2640, falls wir nicht vorher die Kirche und/oder die Erde kaputtmachen.

Die Orgel befindet sich unter einer Abdeckung aus Plexiglas, um die Lärmbelastung für Anwohner in Grenzen zu halten. Sie ist außerdem mit einem Notstromaggregat ausgestattet, um Stromausfällen vorzubeugen.

9. Dezember 2014:
Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch

Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch (aus dem Walisischen für "Marienkirche in einer Mulde weißer Haseln in der Nähe eines schnellen Wirbels und der Thysiliokirche bei der roten Höhle") ist ein Ort im Norden von Wales mit dem längsten Ortsnamen Europas. Der Name wurde im 19. Jahrhundert eingeführt, um die Eisenbahngesellschaft dazu zu bewegen, dort einen Bahnhof zu errichten (siehe Bild).

Die Ortschaft hat Städtepartnerschaften mit Ee in den Niederlanden und Y in Frankreich.

Übrigens ist Krung Thep Maha Nakhon Amon Rattanakosin Mahinthara Yutthaya Mahadilok Phop Noppharat Ratchathani Burirom Udom Ratchaniwet Maha Sathan Amon Phiman Awatan Sathit Sakkathattiya Witsanukam Prasit ist der zeremonielle Name von Bangkok und in Neuseeland gibt es einen Hügel namens Taumatawhakatangihangakoauauotamateaturi­pukakapi­kimaungahoronu­kupokai­w.

10. Dezember 2014:
Rindfleischetikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungsgesetz

Weil's so schön zum gestrigen Eintrag passt, hier ein weiterer Längenrekord:

Das Rindfleischetikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungsgesetz (kurz RflEttÜAÜG), war ein Gesetzesvorschlag, der 1999 vom dortigen Landwirtschaftsminister Till Backhaus in den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern eingebracht wurde. Im lesenswerten Plenarprotokoll ist an vielen Stellen von "Heiterkeit bei den Abgeordneten" die Rede. Und Johann Scheringer (PDS) merkte an:

"Wir haben fein geregelt, wer die Rinderkennzeichnung und die Rindfleischetikettierung überwacht, aber ich frage mich schon seit längerem, wer ernstlich in diesem Land die Kennzeichnung und die Etikettierung von Gesetzen und die Gesetzeskultur überwacht, damit keine solchen Sprachungetüme, eigentlich so ein Blödsinn entsteht."

Das 2000 tatsächlich beschlossene Gesetz trug dann den amtlichen Kurztitel Rinderkennzeichnungs- und Rindfleisch­etikettierungs­überwachungs­aufgaben­übertragungs­gesetz. Dennoch ist das der ursprüngliche Name als eines der längsten deutschen Bandwurmwörter bekannt geworden. 2013 wurde das Gesetz übrigens aufgehoben.

11. Dezember 2014:
Die Norwegische Butterkrise

Wegen heftiger Regenfälle im Sommer 2011 konnten die norwegischen Kühe weniger Grasen, was zu einer Milchknappheit führte: Es wurden 20.000.000 Liter weniger Milch produziert als in den Jahren davor. Weil gleichzeitig hohe Zollgebühren für den Import von Butter erhoben wurden (um norwegische Bauern vor ausländischer Konkurrenz zu schützen), kam es Ende des Jahres zu einer Verknappung der Butterbestände. Tja, eins kam zum anderen, und im Dezember kostete ein Päckchen Butter dann umgerechnet 39 Euro, denn sie wurde zur Zubereitung des Weihnachtsgebäcks gebraucht, was die Nachfrage zusätzlich ankurbelte.

Aber eigentlich will ich auf die netten Geschichten am Rande der Butterkrise hinaus:

Schwedische Supermärkte warben mit kostenloser Butter für norwegische Kunden, um sie über die Grenze zum Einkaufen zu locken. Mehrere Personen wurden beim Butterschmuggeln ertappt. Zeitungen versprachen Neuabonnenten ein halbes Kilo Butter als Prämie. Studenten versteigerten online Butter, um Abschlussparties zu finanzieren. Auf dänischen Flughäfen wurde Butter in den duty-free shops verkauft, und eine dänische Fernsehsendung startete einen Hilferuf, durch den sie 4000 Packungen Butter zusammenbekamen, die dann an die Norweger verteilt wurden.

12. Dezember 2014:
Die Wurstkatastrophe

Nein, keine Sorge – Norwegen ist nicht auch noch in eine Würstchenkriese gestürzt, es geht um etwas ganz anderes.

Und zwar um ein mathematisches Problem: Wie packt man eine (endliche) Anzahl von gleich großen Kugeln so zusammen, dass, wenn man sie einpacken würde, das Paket ein möglichst kleines Volumen hätte? Man kann sie einfach alle in eine Reihe legen (diese Anordnung nennen die Forscher Wurst), oder sie in einer Ebene anordnen, ähnlich wie Bienenwaben (Bezeichnung: Pizza). Schließlich kann man sie auch dreidimensional anordnen (Cluster).

Und da ergab sich nun folgendes: Für bis zu 55 Kugeln scheint die Wurst-Packung optimal zu sein, aber für 56 Kugeln springt irgendetwas plötzlich um, und man kann zeigen, dass es bessere Packungen in Pizza oder Cluster-Form gibt. Für 57 ist dann wohl wieder eine Wurst optimal, genauso für 58, 63 und 64. Und für alle anderen gibt es wieder bessere Cluster- oder Pizzapackungen. Und diese plötzliche, chaotische Verhaltensänderung wird in den wissenschaftlichen Arbeiten Wurst-Katastrophe genannt.

13. Dezember 2014:
Mill Ends Park

1946 bemerkte der Journalist Dick Fagan ein Loch auf dem Mittelstreifen einer Straße in Portland, Oregon. Dort sollte ursprünglich ein Laternenmast aufgestellt werden. Er bepflanzte das Loch und berichtete regelmäßig in seiner Kolumne Mill Ends (nach den Endstücke von Holzscheiten, die in Sägewerken abfallen) über die Ereignisse in seinem "Park". 1976 wurde er tatsächlich zu einem offiziellen Park und somit zum kleinsten Park der Welt.

Sein Inhalt wechselt regelmäßig. So beherbergte er schon ein Schwimmbad für Schmetterlinge, ein Riesenrad (das mit einem normal großen Kran angeliefert wurde), und wurde im Zuge der Occupy-Proteste 2011 als Demonstrationsort genutzt.

14. Dezember 2014:
Schein-Bushaltestellen

Hierbei handelt sich um Bushaltestellen-Attrappen, die oft mit einem fiktiven Fahrplan ausgestattet sind, an denen aber nie ein Bus hält. Das ganze befindet sich dann zum Beispiel vor Altenheimen mit demenzkranken Patienten, um diese "aufzufangen", wenn sie mit dem Bus "nach Hause" fahren wollen. Die Idee ist, mithilfe der Schein-Bushaltestellen zu verhindern, dass die Patienten dann wirklich mit dem Bus irgendwo hinfahren und gesucht werden müssen.

Die Idee kommt ursprünglich aus Remscheid, inzwischen gibt es solche Haltestellen unter anderem auch in Dortmund, München und Köln. Wissenschaftliche Nachweise eines positiven Effektes gibt aber wohl nicht, und manche Fachleute vermuten auch, dass die Patienten nur noch unruhiger werden, wenn der Bus dann einfach nicht kommt…

15. Dezember 2014:
Toilettenspülungs-Normprüfkörper

Wenn man nach DIN 1385 überprüfen möchte, ob eine Toilettenspülung korrekt funktioniert, braucht man als ordentlicher Toilettenspülungstester natürlich eine geeignete… payload, die dem Original hinsichtlich seiner physikalischen Eigenschaften möglichst nahe kommt.

Eine Quelle nennt folgendes Rezept für Toilettenspülungs-Normprüfkörper, das auf eine Universität in Paris zurückzuführen sei:

Vermengen und in Kunstdärme füllen. Mahlzeit!

16. Dezember 2014:
Walexplosion

Es gibt drei dokumentierte Fälle von Walexplosionen:

Die erste ereignete sich 1970 in Oregon. Ein toter Pottwal wurde an den Strand gespült, und die Behörden standen vor dem Problem, wie sie ihn nun entsorgen sollten. Ihn zu vergraben, meinte man, wäre nicht effektiv, weil er dann bald wieder freigespült würde. Man beschloss daher, ihn mit einer halben Tonne Dynamit zu sprengen (siehe Foto), was sich ebenfalls als unklug herausstellte: Walstücke verteilten sich in großem Umkreis, und das Auto eines Beteiligten wurde durch herabfallende Teile beschädigt. Wenn in den folgenden Jahren ein Wal angespült wurde, wurde er erst verbrannt, und dann vergraben. Heutzutage schleppt man sie zurück ins Meer. (Nicht ekeliger Fernsehbericht)

2004 explodierte ein Wal in einer Stadt in Taiwan, während er gerade auf einem fahrbaren Untersatz zu einer Obduktion gefahren wurde. Man geht davon aus, dass sich im Inneren des Wals durch die Sonneneinstrahlung hohe Temperaturen bildeten, was zu einem starken Gasdruck führte. (SEHR ekeliger Artikel)

Die dritte Explosion geschah 2013 auf den Färöer-Inseln, vor den laufenden Kameras eines Fernsehteams, das gerade die Obduktion des Wals dokumentierte. Der ausführende Meeresbiologe hatte ziemlich Glück. (SEHR ekeliger Fernsehbericht)

17. Dezember 2014:
Frittierte Marsriegel

Um 1995 fing eine Fish-and-Chips-Bude in Schottland an, normale Marsriegel in Backteig zu tunken und diese zu frittieren. Das Gericht breitete sich schnell aus, sodass 2004 laut einer Studie etwa 22% aller Fish-and-Chips-Läden in Schottland frittierte Marsriegel verkauften. Inzwischen gibt es sie auch in Australien, Kanada, England und Irland, die Kombination mit Eis ist sehr beliebt.

2009 erfand dann übrigens ein Texaner Frittierte Butter, wofür er einen süßen Backteig verwendete, und sie nach dem Frittieren noch mit Zucker und Zimt bestäubte… Das scheint seitdem ein Hit auf amerikanischen Jahrmärkten zu sein.

18. Dezember 2014:
Molwanîen, Land des schadhaften Lächelns

Hierbei handelt es sich um eie Parodie auf Reiseführer, die 2004 von drei australischen Autoren veröffentlicht wurde. Sie wollten ihre schlechten Reiseerfahrungen in Europa verarbeiten, ohne ein wirklich existierendes Land zu beleidigen. Hier abgebildet ist die Flagge des Landes, die "Tricolore"…

Molwanîen wird als postkommunistischer südeuropäischer Staat "in der Windrichtung Tschernobyls" beschrieben, das viele Klischees über Balkanländer und die ehemaligen Ostblockstaaten erfüllt. Die Bewohner sind verschroben (und betreiben offensichtlich schlechte Zahnpflege), die Regierung inkompetent, die Verwaltung hoffnungslos bürokratisch. Die Sprache ist so kompliziert, dass man 16 Jahre brauche, um sie zu erlernen. Sie verwendet unterschiedliche Artikel, die davon abhängen, ob das Subjekt männlich, weiblich, sächlich, oder eine Käseart ist. Unter den Touristenattraktionen des Landes ist "einer der ältesten Kernreaktoren Europas".

Von den selben Autoren ist auch erschienen:

19. Dezember 2014:
Extrembügeln

Eines Tages hatte der Brite Phillip Shaw keine Lust mehr, zum Bügeln zuhause bleiben zu müssen. Da er Bergsteiger war, beschloss er, sein Bügeleisen und -brett mitzunehmen und eine Bergtour zu machen. Nach und nach ließen sich mehr Menschen von der Idee begeistern, auch die Medien und Werbefirmen wurden aufmerksam.

Es bildeten sich mehrere Disziplinen aus, wie Rocky Style (an Steilhängen und Kletterwänden), Tourism Style (unter möglichst vielen Leuten) oder Air Style (beim Basejumping oder in Flugzeugen), aber auch Unterwasserbügeln und Synchronbügeln.

Auf YouTube findet man viele Aufzeichnungen.

20. Dezember 2014:
4'33''

Hierbei handelt es sich um ein weiteres Musikstück von John Cage, den ihr schon von ORGAN²/ASLSP kennt. Es besteht aus drei Sätzen, die jedoch überhaupt keine Noten enthalten. Stattdessen können die Zuhörer 4 Minuten und 33 Sekunden lang die Geräusche wahrnehmen, die im Aufführungsraum natürlich vorkommen, wie Straßenlärm oder das Rascheln des Publikums.

Bei der Uraufführung 1952 kam es zum Tumult, weil den Zuschauern im Vorfeld nicht bekannt war, das bei der Aufführung nichts zu hören sein würde. Die Aufführungszeit von 4'33'' wurde vorher ausgewürfelt, bei anderen Längen wechselt das Stück seinen Namen.

Das Stück wirft interessante Fragen hinsichtlich des Urheberrechts auf: Tatsächlich wurde 2002 ein englischer Musiker von Cage's Erben verklagt, weil er das Plagiat "One Minute of Silence" veröffentlicht hatte, auch wenn dieser der Meinung war, es handele sich bei seinem Stück um sehr viel bessere, konzentriertere Stille. Später wurde berichtet, die Parteien hätten sich außergerichtlich auf die Zahlung einer sechsstelligen Entschädigung geeinigt. Das Klageverfahren stellte sich dann aber letztendlich als Werbetrick heraus ;-)

2010 schaffte es eine Variation des Stücks, genannt Cage Against the Machine, auf Platz 21 der britischen Charts, durch eine über das Internet koordinierte Voting-Aktion.

21. Dezember 2014:
Die Steinlaus

Die Steinlaus (Petrophaga lorioti) war Protagonist eines alten Fernsehsketches von Loriot: Sie wird als kleines Nagetier beschrieben, das sich von Steinen und Metall ernährt.

1983 wurde ein fingierter Artikel über die Steinlaus in ein Standard-Nachschlagewerk der Medizin, den Pschyrembel aufgenommen. Er unterschied zwischen Gallen- und Nierensteinläusen und zitierte aus (ebnso erfundenen Forschungsarbeiten). Auch sei sie im Bereich der Homöopathie gut einsetzbar.

Mittlerweile ist die Steinlaus ein bekannter wissenschaftlicher Witz, auf den immer wieder Bezug genommen wird: So brachte die Stadt Zürich ein Merkblatt bei Steinlausbefall heraus. Und im Dortmunder Zoo gibt es ein Steinlausgehege.

22. Dezember 2014:
Caganer

Der Caganer ist eine katalanische Krippenfigur, die oft etwas abseits des Stalls mit der Krippe platziert wird, und dort defäkiert. Füher stellte die Figur oft einen Bauern mit roter Mütze dar, heute gibt es zahlreiche Variationen wie Politiker oder Comicfiguren.

Der Ursprung dieser Tradition ist nicht bekannt, möglicherweise soll die Figur den ewigen Kreislauf der Natur symbolisieren.

Eine andere katalanische Weihnachtssitte ist übrigens der Tió de Nadal, ein Baumstamm mit Gesicht, der von den Kindern während der Adventszeit "gefüttert" wird, und der dann an Heiligabend die Geschenke auskackt.

23. Dezember 2014:
Das 1. Wiener Gemüseorchester

1998 trat in Wien zum ersten Mal ein zwölfköpfiges Orchester auf, das auf Instrumenten aus Gemüse musizierte: Flöten aus Karotten, Kürbisse als Trommeln, Kohl für lustige Quietschgeräusche. Da die Instrumente für jeden Auftritt neu gefertigt werden müssen, sagen einige Mitglieder, für sie fange das Konzert schon beim Besuch auf dem Gemüsemarkt an.

Im Anschluss an das Konzert bereitet ein Koch aus den Instrumenten eine Suppe zu, die ans Publikum verteilt wird.

24. Dezember 2014:
WP:KK

Ihr habt euch vielleicht gefragt, wie ich auf die Themen für diesen Kalender gestoßen bin. Manche wissen es bestimmt auch schon, allen anderen möchte ich es heute verraten: Aus dem Artikel Wikipedia:Kuriositätenkabinett, abgekürzt WP:KK.

In meiner Schule gab es eine Whitelist, die den Zugang zum Internet auf einige wenige Seiten einschränkte. Die Seiten der Wiki-Familie waren darunter. Irgendwann stolperte ich über WP:KK und verbrachte dort viele Freistunden ;-) Dieser Kalender enthielt einige meiner Lieblingskuriositäten.

Ich habe das mal überschlagen: Da ist noch Stoff für die nächsten 34 Jahre drin.

Für dieses hingegen sind wir nun durch. Nun habe ich noch eine Frage an Dich, lieber Leser: Gibt es irgendwelche Themenbereiche, die Dich im nächsten Jahr besonders interessieren würden? Hast Du sonstige Kommentare zu Inhalt und Form des diesjährigen Kalenders im Kopf? Ich würde mich über eine Nachricht freuen. Alternativ kannst Du hier auch einfach kurz anklicken, wie Dir der Kalender gefallen hat: {1, 2, 3, 4, 5} Sterne.

Dann bleibt mir nur noch, mich für euer Interesse zu bedanken! Habt ein spannendes Jahr!

1. Dezember 2015:
Euthanasia Coaster

Willkommen zum Kuriositäten-Adventskalender 2015! Dies ist die fünfte Ausgabe des Kalenders, wheee! [wirft Konfetti in Schneeflockenform] Die Inhalte der letzten Jahre findet ihr hier, und wenn ihr automatisch über neue offene Türchen informiert werden wollt, könnt ihr den Feed abonnieren. Viel Spaß!

Im Jahr 2010 entwarf Julijonas Urbonas, der zu dem Zeitpunkt Doktorand am Royal College of Art in London war, den Euthanasia Coaster. Es handelt sich um eine Achterbahn, die ihre Fahrgäste "mit Eleganz und Euphorie" töten soll. Zu den praktischen Anwendungen gehören laut Urbonas "Euthanasie oder Hinrichtungen".

Die 24 Fahrgäste fahren zunächste einen Anstieg von 510 Metern hinauf, bevor sie mit 360 km/h wieder in die Tiefe rauschen. Die sieben Loopings danach sind so geformt, dass sie 60 Sekunden lang eine zehnfache Erdbeschleunigung auf die Passagiere aufrechterhalten. Die Fahrgäste würden dabei bewusstlos, und der Tod würde durch Sauerstoffmangel im Gehirn eintreten. Auf der Geraden im Auslauf würden dann schließlich die "Leichen ausgeladen und neue Fahrgäste könnten einsteigen".

Fun fact: Falls die Achterbahn jemals wirklich gebaut würde, würde sie in den Top 10 der höchsten Gebäude der Welt landen.

2. Dezember 2015:
Radioaktive Zahncreme

Die "Doramad Radioaktive Zahncreme" wurde während des zweiten Weltkrieges in Berlin hergestellt. In der Werbebroschüre finden sich Juwelen wie

Bei einer Gammaspektroskopie fand man in der Zahnpaste dann geringe Mengen von Thorium, das bei der Firma auch für die Herstellung von Gaslampen benutzt wurde. Das Produkt war auch bei weitem nicht das einzige, das radioaktive Elemente enthielt. Radium-Brot, anyone?

3. Dezember 2015:
Die Geschichte des Shi, der Löwen isst

Dieses Gedicht von Zhào Yuánrèn ist in klassischem Chinesisch verfasst und weist die Besonderheit auf, dass es, wenn man es vorliest, aus unterschiedlich betonten "shi"-Lauten besteht (Tonbeispiel):

„Shi Shì shí shi shi“

Shíshì shishì Shi Shì, shì shi, shì shí shí shi.
Shì shíshí shì shì shì shi.
Shí shí, shì shí shi shì shì.
Shì shí, shì Shi Shì shì shì.
Shì shì shì shí shi, shì shi shì, shi shì shí shi shìshì.
Shì shí shì shí shi shi, shì shíshì.
Shíshì shi, Shì shi shì shì shíshì.
Shíshì shì, Shì shi shì shí shì shí shi.
Shí shí, shi shí shì shí shi, shí shí shí shi shi.
Shì shì shì shì.

Übersetzung:

Die Geschichte des Shi, der Löwen isst

Steinhöhlendichter Shi, süchtig nach Löwen, schwört, zehn Löwen zu essen.
Oft geht er auf den Markt, um Löwen zu sichten.
Um zehn Uhr passieren gerade zehn Löwen den Markt.
Zu dieser Zeit passiert auch Shi gerade den Markt.
Er sieht die zehn Löwen, kraft seiner Pfeile schickt er die zehn Löwen in den Tod.
Er bringt die zehn Löwenleichen zur Steinhöhle.
Die Steinhöhle ist feucht. Er befiehlt seinem Diener, diese abzutrocknen.
Nachdem die Steinhöhle abgetrocknet worden ist, versucht er, die zehn Löwen zu essen.
Beim Essen merkt er, dass diese zehn Löwen eigentlich zehn Steinlöwenleichen sind.
Versuche dies zu erklären.

4. Dezember 2015:
The Principality of Sealand

Das "Fürstentum Sealand" ist eine Mikronation 10 km vor der Küste Südenglands (Position in OpenStreetMap). Es handelt sich um eine ehemalige Seefestungs-Plattform, die 1967 von einem Ex-Major der British Army, Paddy Roy Bates, besetzt wurde. Bates warb ab diesem Zeitpunkt für die Anerkennung von Sealand als souveränen Staat. Gerichte urteilen allerdings regelmäßig, dass Sealand nicht die notwendigen Kriterien für einen Staat erfülle.

Immerhin hat Sealand eine Verfassung, eine Flagge und ein Wappen, gibt Pässe und Briefmarken heraus, prägt Münzen und unterhält ein nationales Fußball-Team.

2007 versuchte The Pirate Bay, die Plattform zu kaufen, um unabhängiger von den Copyrightgesetzen der etablierten Länder operieren zu können. 2013 drehte die Band Fettes Brot das Musikvideo der Single Echo auf Sealand.

Heutzutage hält sich nur noch ein Wachmann stellvertretend für die Familie Bates auf Sealand auf.

5. Dezember 2015:
Pythagoreischer Becher

Wenn ihr früher viel "Sendung mit der Maus" geguckt habt, könntet ihr den Pythagoreischen Becher kennen. Es handelt sich um ein Trinkgefäß, das sich wie folgt verhält:

  1. Oh, ein Becher! Er hat zwar einen merkwürdigen Blubbel in der Mitte, aber wirkt ansonsten unauffällig.
  2. Mal was reingießen. Alles normal. Klar.
  3. Hm. Mal mehr reingießen.
  4. Mal noch mehr reingießen. Ich mach den jetzt randvoll, har har.
  5. WARUM ZUR HÖLLE FLIESST ALLES AUS MEINEM BECHER AUF DEN TISCH?!?

Auch als "Becher der Gerechtigkeit" bekannt, "bestraft" er Gierde und soll "Bescheidenheit lehren". Das Geheimnis ist das S-förmige Rohr in dem Bubbel in der Mitte: Anfangs steht die Flüssigkeit darin genausohoch wie außerhalb. Steigt der Pegel jedoch so hoch, dass er den Knick oben überschreitet, sorgt der höhere Außendruck dafür, dass die gesamte Flüssigkeit abfließt.

Die Erfindung des Bechers wird Pythagoras zugeschrieben. Heutzutage kann man ihn als Scherzartikel kaufen.

6. Dezember 2015:
Unsterbliche Quallen

Wenn Quallen der Art Turritopsis dohrnii verletzt oder alt sind, sinken sie auf den Meeresboden und falten sich zusammen. Die Zellen, aus denen sie bestehen, durchlaufen dann einen Verjüngungsprozess, den man "Transdifferenzierung" nennt: Sie bilden sich zu Keimzellen zurück. Aus diesen sprießen dann tentakelartige Polypen, woraus sich schließlich wieder eine genetisch identische Qualle entwickelt.

Die Turritopsis sind somit die einzigen bekannten Mehrzeller, die ihren Lebenszyklus potentiell beliebig oft wiederholt durchlaufen können, und folglich quasi unsterblich sind.

7. Dezember 2015:
Schuhbaum

Die Entstehung von Schuhbäumen und die dahinterliegenden soziokulturellen Dynamiken sind noch nicht endgültig geklärt. Klar ist nur, dass es so einige davon gibt, in Deutschland zum Beispiel in Berlin, München, Leipzig, Hamburg, Köln, Peine und Konstanz.

Auch in den USA findet man viele davon. Hier abgebildet ist ein sehr voller Schuhbaum in San Diego.

8. Dezember 2015:
Glücksbringender Eisenfisch

Hierbei handelt es sich ausnahmsweise mal um keine Tierart, sondern um eine humanitäre Maßnahme: In Kambodscha leiden viele Menschen an Eisenmangel. Der Kanadier Christopher Charles dachte dann vor einigen Jahren über Gegenmaßnahmen nach. Er wusste, dass die Benutzung von Kochtöpfen aus Eisen oft schon ausreichte, um einer Mangelernährung vorzubeugen, allerdings waren diese für viele Menschen zu teuer.

Als er jedoch darauf aufmerksam wurde, dass dort eine bestimmte Fischart als Glücksbringer galt, kam er auf die Idee, Fische aus Eisen auszugeben, die die Menschen dann mitkochen sollten. Mittlerweile wurden tausende davon hergestellt und verteilt. Er wiegt ca. 200 Gramm. Wenn man ihn regelmäßig einige Minuten im Essen mitkocht, deckt er einen Großteil des täglichen Eisenbedarfs, und hält etwa 5 Jahre.

9. Dezember 2015:
Nanocar

Das wohl kleinste Auto der Welt, das Nanocar, wurde 2005 an der Rice University in Texas entwickelt. Es hat ein H-förmiges Gestell, an dessen Enden vier kugelförmige Buckminster-Fullerene aus Kohlenstoffatomen angebracht sind. Der gesamte Aufbau ist 4 Nanometer lang.

Wenn man das Nanocar auf eine auf 200 °C erhitzte Rampe aus reinem Gold setzt, kann es auch fahren, weil sich die "Räder" um ihre Einzelbindungen drehen können.

2010 wurde dort außerdem das Nanodragster entwickelt, dessen Voderräder aus noch kleineren Kohlenstoffkugeln bestehen und das dadurch bei kühleren Temperaturen fahren kann. Es hat eine Höchstgeschwindigkeit von 0.0006 mm/h.

10. Dezember 2015:
Friendly Floatees

Anfang 1992 geriet ein griechisches Frachtschiff mitten im Pazifik in einen schweren Sturm, bei dem es drei Container verlor. Ihr Inhalt: Rund 30000 Plastiktierchen, nämlich die abgebildeten Quietscheentchen, Frösche, Schildkröten und Biber.

Nach acht Monaten wurden die ersten Tiere in Alaska angespült. Die Tierchen sind unter anderem für Ozeanforscher deshalb interessant, weil sie sehr genaue Rückschlüsse auf Meeresströmungen zulassen. Einige Floatees folgten Strömungen, die mehrere Jahre kein Land erreichten. Andere trieben ins Nordpolarmeer, was wiederum für Klimaforscher interessant war.

Bis 2003 bekam man von der Hersteller der Tiere außerem 100 Dollar Finderlohn. Noch 2007 wurde eine Quietscheentchen an einem Strand in England angetrieben, 27000 km vom Startpunkt entfernt. Die Gesamtkarte des Wanderweges der Tierchen ist auch sehenswert :-)

11. Dezember 2015:
Säuresee

Säureseen kommen nicht nur in Computerspielen vor, sondern existieren wirklich, hauptsächlich in Vulkankratern. Dort lassen die Schwefeldämpfe einerseits das Kratergestein einerseits zu Ton werden lassen, und dichten es so gegen fallenden Regen ab, sodass sich ein See im Krater bildet. Andererseits lösen sich die Gase im Wasser und verwandeln es in Säure. Ungemütliche Sache, besonders, wenn der Vulkan dann mal ausbricht, und ein Gemisch aus Lava, Säure und Steinen sich über die umliegende Landschaft ergießt. Aber immerhin haben sie oft ne interessante Farbe, zum Beispiel Giftgrün oder Türkisblau. Abgebildet ist ein Säuresee in Costa Rica.

12. Dezember 2015:
World Jump Day

Der World Jump Day sollte am 20. Juli 2006 stattfinden. Zu einem festgelegten Zeitpunkt sollten möglichst viele Menschen auf der sonnenzugewandten Erdseite gleichzeitig hüpfen, um damit die Erdumlaufbahn zu ändern, sie etwas von der Sonne wegzubewegen, und somit der globale Erderwärmung entgegenzusteuern. Auf einer dazugehörigen Webseite konnte man sich als Teilnehmer registrieren. Kurz vor der festgelegten Uhrzeit hatten sich (laut Webseite) 600.000.000 Menschen registriert, was damals etwa der Hälfte aller Internetuser entsprach.

Im Nachhinein stellte sich die Aktion als Hoax und als Kunstprojekt eines deutschen Künstlers heraus, und das Ganze ist natürlich auch wissenschaftlich gesehen völliger Humbug. What if? beschreibt ganz anschaulich, was bei einem solchen Sprung genau passieren würde.

Eine andere Gruppe organisierte übrigens den Contra World Jump, der 12 Stunden später um World Jump stattfinden und dessen Effekte wieder umkehren sollte. Da die NASA keine Veränderung des Erdorbits festgestellt habe, stellten dessen Betreiber fest, die Aktion sei erfolgreich verlaufen.

13. Dezember 2015:
Katzenklavier

Ein Katzenklavier besteht zunächst aus einer herkömmlichen Klaviatur. Unter den Tasten sind jedoch die Schwänze von Katzen befestigt. Drückt man die Tasten, sollen diese miauen, durch geschickte Auswahl der Katzen auch in einer passenden Tonhöhe. So erklingt, nun ja, Katzenmusik.

Anwendungen bestehen laut einem Mediziner des 18. Jahrhunderts in der Therapie von Personen mit Konzentrationsproblemen. Patienten, einer Aufführung mit einem Katzenklavier beiwohnen, müssen sich unweigerlich darauf konzentrieren, und sind somit geheilt.

Glücklicherweise hat ein solches Katzenklavier nie existiert, sondern wurde über die Jahrhunderte hinweg immer nur sati(e)risch beschrieben ;-)

14. Dezember 2015:
Ralf Mackel

Ralf Mackel ist ein von Geburt an blinder Rennfahrer. Mit knapp 30 Jahren machte er eine Ausbildung zum Rennfahrer. Er orientiert sich mithilfe aktiver Echoortung, wobei er den Rückhall der Motor- und Reifengeräusche interpretiert und zu einem Bild der Strecke zusammensetzt.

2005 absolvierte er eine Rundfahrt des Hockenheimrings in 3 Minuten. Zum Vergleich: Der aktuelle Weltrekord liegt bei 1:33 Minuten.

15. Dezember 2015:
Leck mich im Arsch

Leck mich im Arsch ist ein sechsstimmiger Kanon von Wolfgang Amadeus Mozart. Erst nach seinem Tode veröffentlicht, wurde der Text zunächst in "Lasst und froh sein…" geändert, erst 1991 wurden die Manuskripte bekannt, die allgemein für authentisch gehalten werden.

Es folgt der vollständige Text:

Leck mich im A[rsch] g’schwindi, g’schwindi!
Leck im A[rsch] mich g’schwindi! Leck mich, leck mich, leck mich, leck mich, leck mich.
Leck mich, leck mich, leck – g’schwindi, g’schwindi, g’schwindi, g’schwindi!
G’schwindi, g’schwindi, g’schwindi, g’schwindi!
Leck mich im Arsch g’schwindi, g’schwindi, g’schwindi!
G’schwindi, g’schwindi, g’schwindi, g’schwindi, g’schwindi!
Leck mich im Arsch g’schwindi, g’schwindi! Leck im A[rsch] mich.
Leck mich im Arsch g’schwindi!
Leck mich.

Ein weiterer Kanon, der nicht von Mozart komponiert, aber vermutlich mit Text unterlegt wurde, heißt "Leck mir den Arsch fein recht schön sauber", den vollständigen Text mögen sich willige Personen selbst durchlesen.

16. Dezember 2015:
Strickfilme

Eher eine kurze Notiz: Im Wiener Stadtteil Breitensee stehen die Breitenseer Lichtspiele, eins der ältesten noch aktiven Kinos der Welt. Seit 2013 finden dort regelmäßig "Strickfilme" statt, bei denen das Licht nicht vollständig heruntergedimmt wird, damit die Besucher noch genug Licht zum Stricken haben. Die Idee dazu kam von der Gründerin des 1. Wiener Strickvereins.

17. Dezember 2015:
Bauchnabelfussel

Auch zu Bauchnabelfusseln gibt es Forschung: 2001 untersuchte der Australier Karl Kruszelnicki ihre Entstehung und Zusammensetzung, wofür er mit dem Ig-Nobelpreis ausgezeichnet wurde. Seine Erkenntnisse:

Andere Menschen sammeln Bauchnabelfussel.

18. Dezember 2015:
Parisch

Parisch ist ein russisches Dorf, das nahe der Grenze zu Kasachstan liegt. Es wurde nach Paris benannt, zu Ehren der 1814 gewonnenen Schlacht bei Paris, die mittelfristig zur Abdankung Napoleons führte. "Parisch" ist die russische Aussprache von "Paris".

2005 wurde dort ein Mobilfunk-Sendemast aufgestellt, der im Maßstab 1:5 den Pariser Eiffelturm nachbildet.

19. Dezember 2015:
Narrenmatt

Ein Narrenmatt bezeichnet im Schach eine Zugfolge, die nach vier Zügen zum Matt des weißen Spielers führt. Dies ist die kürzmögliche Schachpartie. Das Matt geschieht durch eine extrem schlechte Spielweise des weißen Spielers, die keine Verteidigung gegen die Schachsetzung seines Königs durch die Dame zulässt.

Das Narrenmatt tritt in echten Spielen so gut wie nie auf, es hat aber im fortgeschritteneren Spielverlauf Fälle gegeben, bei denen eine ähnliche Zugfolge erzwungen wurde.

Und falls ihr den niederländischen Film Lang Lebe Die Königin kennt, dort kommt auch ein Narrenmatt vor ;-)

20. Dezember 2015:
Krater von Derweze

Dieses auch als Tor zur Hölle bekannte Loch befindet sich in Zentral-Turkmenistan.

1971 hatte man an dieser Stelle eine mit Erdgas gefüllte Höhle gefunden. Nachdem diese einbrach, beschloss man, das Gas zu verbrennen, damit es nicht in die Umwelt entwich. Leider verlosch das Feuer nicht nach einigen Tagen, sondern brennt bis heute ^_^

Lustigerweise ist es auch für die Umwelt besser, das Methan zu verbrennen, da es wesentlich höhere Treibhauseffekte hat als sein Verbrennungsprodukt Kohlenstoffdioxid.

21. Dezember 2015:
Das Voynich-Manuskript

Im Jahr 1912 erwarb der weißrussische Antiquar Wilfrid Michael Voynich in Südeuropa ein handschriftliches Dokument, dessen Inhalt bis heute nicht entschlüsselt werden konnte, weil es in einer unbekannten Schrift und Sprache verfasst wurde.

Es enthält diverse botanische, anatomische und astronomische Zeichnungen. Nach Expertenschätzungen entstand das Manuskript etwa im Jahr 1500. Die Schrift setzt sich aus etwa 20 bis 30 verschiedenen Buchstaben zusammen, und auch die dahinterliegendee Sprache weist Merkmale einer natürlichen Sprache auf.

Das spannende ist, das der Text bis heute nicht einmal ansatzweise übersetzt werden konnte. Es gibt diverse Theorien, warum das so ist: Es handle sich um einen verschlüsselten Text, eine (sehr) versteckte Botschaft, eine erfundene Sprache, einen Scherz oder einfach nur um Kunst.

Es wird heute an der Yale-Universität in New Haven, Connecticut, aufbewahrt.

22. Dezember 2015:
Tierregen

Soetwas passiert nicht nur in den Scheibenwelt-Romanen, sondern gelegentlich auch in der echten Welt. Der wahrscheinlichste Erklärungsansatz sind Wasserhosen, also Tornados, die über Gewässern auftreten, und dann Meerestiere aufsaugen, über eine bestimmte Strecke transportieren und dann wieder fallen lassen können. Auch Vogelschwärme können in Wirbelstürme geraten und nicht wieder herauskommen.

Hier ist eine kleine Auswahl an Tierregen der letzten Jahre:

Weiterhin gibt es Berichte über Quallen- und Würmerregen. Eek.

23. Dezember 2015:
Spijkenisser Eurobrücken

Guckt euch mal einen Euroschein an – auf der einen Seite ist jeweils eine Brücke abgebildet. Es handelt sich nicht um reale Brücken, denn der Entwerfer der Motive wollte vermeiden, dass die europäischen Staaten in Streitigkeiten verfallen. Die Scheine zeigen also für verschiedene Baustile typische, aber fiktive, Brücken.

Bis die südniederländische Stadt Spijkenisse in der Nähe von Rotterdam sie einfach alle nachbaute :D Hier abgebildet ist die Brücke vom 50-Euro-Schein, hier ist eine Gallerie der restlichen.

24. Dezember 2015:
Gävlebock

Der Julbock ist ein beliebter skandinavischer Weihnachtsschmuck in Form eines Ziegenbocks aus Stroh. Bevor er durch den Weihnachtsmann ersetzt wurde, brachte der Julbock die Geschenke.

In der schwedischen Stadt Gävle nun wird seit 1966 jedes Jahr ein 13 Meter hoher Julbock aufgestellt. Dieser sogenannte Gävlebock erreichte allerdings vor allen dadurch Aufmerksamkeit, dass er fast jedes Jahr das Opfer von Brandanschlägen wird. Über die Zeit wurde es fast zu einer Tradition, dass die Figur niedergebrannt oder sonstwie zerstört wurde.

Die englische Wikipediaseite beschreibt in einer Zeitleiste, was jedes Jahr mit dem Bock geschah. Einige Highlights:

Das Bockerrichtungskomitee bestellt inzwischen auch jedes Jahr einen zusätzlichen Vorrat an Stroh, um den Bock im Falle einer Beschädigung reparieren zu können.

Letzes Jahr überlebte die Ziege tatsächlich den ganzen Dezember, und auch dieses Jahr lebt sie – noch. Der Gävlebock hat auch einen eigenen Twitteraccount, auf dem er sich über jeden überlebten Tag freut :3


So, und das war's wieder für dieses Jahr – danke für die Aufmerksamkeit! Wenn es euch gefallen hat, ihr Anregungen, Wünsche oder Tipps für zukünftige Türchen habt – in jedem Fall würde mich über eine Nachricht freuen :)

Einen hab ich noch: Kennt ihr die Weihnachtslieder der H. P. Lovecraft Historical Society? Wie zum Beispiel Death To The World oder Oh Cthulhu. Wie mir neulich jemand als Tipp gab: Gerade, wenn eure Familie nicht so gut Englisch spricht, könnt ihr die Lieder gut unauffällig einspielen ;-) Bis dann!

1. Dezember 2016:
Ohrwachskratzer

Konnichiwa und herzlich willkommen im Kuriositäten-Adventskalender 2016! Das Thema dieses Jahr sind Kuriositäten aus Japan, wobei ich versucht habe, nur Dinge aufzunehmen, die ich erst während meines Aufenthaltes hier kennengelernt habe, also noch nicht vorher kannte… ;-)

Wie immer gibt es einen RSS-Feed, den ihr abonnieren könnt, um neue Türchen automatisch in euren Feedreader zu bekommen. Viel Spaß!

Heute geht es um Ohrenschmalz. Menschen haben ein Gen, das steuert, ob sie feuchtes oder trockenes Ohrenschmalz haben. Während in Europa und Afrika der feuchte Typ üblich ist, haben viele Asiaten graues, trockenes Ohrenschmalz. Na, und da braucht man dann statt Wattestäbchen halt solche Kratzer! :-)

(Gefunden in einem Laden in Nara)

2. Dezember 2016:
Aschevorhersage

Im Süden Japans befindet sich der Vulkan Sakurajima. In Japan gibt es nun hunderte von Vulkanen, aber der Sakurajima ist insofern bemerkenswert, als dass er quasi ständig ausbricht: Mehrmals am Tag spuckt er eine Aschewolke aus, die dann über die umliegenden Siedlungen und Städte herabregnet. Das hat unter anderem zwei Effekte: Es gibt auffällig viele überdachte Bereiche in der Region, und: Der lokale Wetterbericht beinhaltet eine Aschevorhersage! Die aktuellen Meldungen könnt ihr euch auf der Webseite der Metrologischen Behörde ansehen. Die obere Reihe zeigt die Regionen, in denen mit Ascheregen zu rechnen ist, in den unteren Bereichen fallen Lavakrümel, die mehr als zwei Millimeter groß sind.

(Gesehen auf der Fähre vom Sakurajima nach Kagoshima)

3. Dezember 2016:
Eki-melo

Mir fiel in Tokyo sehr schnell auf, dass alles Musik macht. Geldautomaten zum Beispiel dudeln eine fröhliche Melodie, wenn sich das Geldfach öffnet. Es fahren Lautsprecherwagen durch die Gegend, die keinen anderen Zweck zu haben scheinen als für neue J-Pop-Songs zu werben (indem sie diese lautstark vorspielen). Ich war in einem Supermarkt, in dem in einer ca. 30-sekündigen Endlosschleife ein Lied lief, dessen (vollständige) Lyrics aus "Bounce, bounce, kawaii, kawaii!" bestanden. Naja, und was noch Musik macht, sind halt Bahnhöfe.

Besonders bekannt dafür sind die Haltestellen der zentralen Yamanote Line in Tokyo. Bei jedem Halt eines Zuges wird dort eine sogenante eki-melo ("Bahnhofs-Melodie") abgespielt, was laut Betreiber die "emotionale Verbindung der Kunden zu den von ihnen oft genutzten Haltestellen" stärken soll. Tatsächlich haben viele Haltestellen eine einzigartige Melodie, in Takadanobaba zum Beispiel läuft das Titelthema von "Astro Boy" (weil der Charakter in diesem Stadtbezirk geboren worden sein soll).

Hier könnt ihr euch das mal anhören. Gibt's alternativ auch in Echtzeit oder... nachgepfiffen?

4. Dezember 2016:
IT charm

Glücksbringer sind in Japan allgegenwärtig. An jedem größeren Schrein oder Tempel kann man sie erwerben, wobei man beispielsweise die Auswahl hat zwischen kleinen Säckchen, die garantieren sollen, dass ein Wunsch in Erfüllung geht, verzierten Schildern, die vor Autounfällen schützen sollen, oder Miniaturgeldbeuteln, die finanziellen Erfolg versprechen.

Und dann gibt es noch den Kanda-Schrein. Der befindet sich ganz in der Nähe vom Elektronik- und Nerd-Mekka Akihabara, einem Stadtteil Tokyos. Dort kann man einen ganz besonderen Glücksbringer kaufen, den "IT information safeguard charm". Dieser besteht aus zwei Aufklebern in Platinen-Optik, die man auf dem heimischen Computer und auf dem Smartphone anbringen kann, und der dann verspricht, Schadsoftware von ihnen fernzuhalten. Zwinker!

5. Dezember 2016:
Mario Pikachu

6. Dezember 2016:
Regenschirm-Infrastruktur

Dass Regenschirme einen hohen Stellenwert im japanischen Alltagsleben haben, hatte ich schon gehört. Ich habe allerdings die Ausmaße unterschätzt.

Das ist nämlich so ein Phänomen: Japaner laufen den ganzen Tag mit winzig kleinen Taschen durch die Gegend, aber wenn es anfängt zu regnen, haben alle plötzlich einen großen, meist transparenten Regenschirm. Und wirklich faszinierend ist dann, wie auch in dichten Menschenmengen die Schirm so elegant tanzen, dass sie sich untereinander nicht berühren.

Die Beliebtheit von Regenschirmen hat dann mehrere Auswirkungen, zum Beispiel, dass man im Alltag recht wenige Regenjacken sieht. Schirme gibt es an jeder Ecke für wenige hundert Yen zu erwerben. Vor Läden gibt es meist große Vorrichtungen zum Hineinstellen von Schirmen, die manchmal sogar einzeln abschließbar sind. Das nebenstehende Schild war vor einem Museum angebracht, und forderte einen auf, seinen Schirm links oder rechts anzuschließen. Manchmal steht dort auch ein Gerät, dem man lange Plastiktüten zum Verpacken der Schirme entnehmen kann, damit die nicht herumtropfen.

Während der Regenzeit (Juni/Juli) ist ein Schirm wahrscheinlich wirklich essenziell, aber viele Japaner benutzen Regenschirme auch bei Schneefall! Gute Idee eigentlich, da wäre ich nur nie drauf gekommen.

7. Dezember 2016:
Buddhas Nasenloch

Im Tōdai-Tempel in Nara befindet sich nicht nur ein riesengroßer bronzener Buddha, sondern auch diese Holzsäule. Unten in der Säule ist ein Loch, das etwa so groß ist wie eines der Nasenlöcher der Buddha-Statue. Und selbstverständlich führt das Durchklettern dieses Loches zur Erleuchtung. Was viele Besucher des Tempels eifrig ausprobieren, und auch gerne mal drin stecken bleiben ;-)

8. Dezember 2016:
Gesichtsmasken

Direkt bei der Einreise nach Japan wurde ich von einer Gesichtsmaske begrüßt, die Dame am Immigrationsschalter trug nämlich eine. Die Masken sind aus Zellstoff und in der überwältigen Mehrheit einfach weiß. Die coolen Goth-Teenager in Tokyos Stadtteil Roppongi tragen schwarze, und angeblich gibt es auch welche mit aufgedruckten Motiven – die sind mir aber noch nicht im Straßenbild aufgefallen.

Es gibt mindestens drei Gründe für Japaner, diese Masken zu tragen: Erstens gehört es zum guten Ton, bei einer Erkältung eine Maske zu tragen, um zu verhindern, andere anzustecken, zum Beispiel in der U-Bahn. Zweitens versuchen sich manche selbst durch Tragen einer Maske vor Ansteckung zu schützen, vor allem in Jahreszeiten, in denen man mit Grippewellen rechnen muss. Und drittens benutzen sie manche junge Japaner als soziale Barriere – ähnlich wie Kopfhörer in den Ohren schafft so eine Maske Distanz und macht es beispielsweise unwahrscheinlicher, in der Öffentlichkeit von der Seite angequatscht zu werden.

9. Dezember 2016:
VR-Achterbahn

10. Dezember 2016:
SS Bron

Die Arbeitsmoral in Japan ist bekanntermaßen hoch. Eine Erkältung zum Beispiel ist noch lange kein Grund, zu Hause zu bleiben, und so gibt es in den drug stores eine große Auswahl von rezeptfreien Medikamenten, die die Symptome von Erkältungen mildern sollen.

Unter diesen Medikamenten befindet sich auch SS Bron. Das enthält (neben Koffein) auch einen Stoff namens Dihydrocodein, das ist ein mit dem Codein verwandtes Opiat. Es wirkt schmerzstillend und hustenreizlindernd, in vielen Ländern ist es aber verboten, das ohne Verschreibung zu besitzen, weil hohe Dosierungen Rauschzustände auslösen. Da sollte man bei der Ausreise also aufpassen ;-)

11. Dezember 2016:
Freestyle-Ikebana

Ikebana ist die "Kunst des Blumensteckens", die sich in Japan nach wie vor großer Beliebtheit erfreut. Es gibt da verschiedene Stilrichtungen, die teilweise sehr traditionelle, unflexible Regeln haben, und deren Gestecke einen hohen Symbolwert haben.

Na, und offenbar gibt es auch "Freestyle"-Stilrichtungen, in denen alles erlaubt ist. Hier abgebildet ist ein Gesteck, dass ich auf einer Ausstellung in Tokyo gesehen habe. Die Ausstellung hatte offenbar die eine Regel "muss Pflanzenteile enthalten", alles andere war erlaubt. Die Dauer der Ausstellung betrug nur zwei Tage, denn dann begannen die Ausstellungsstücke zu welken.

12. Dezember 2016:
Garneleneis

13. Dezember 2016:
Klebi-Klebi-Salat

An meinem ersten Abend in Japan griff ich im Supermarkt beherzt in das Fach mit den abgepackten Salaten und nahm denjenigen heraus, der am exotischsten aussah. Tja, es stellte sich heraus, dass der zu 80% aus den Früchten der Okra-Pflanze bestand, die un-glaub-lich schleimig sind. Urks! Einer meiner Japankontakte meinte, Schleimigkeit und die Gesundheit von Lebensmitteln würden in Japan direkt miteinander korrelieren. Dieser Artikel stellt noch mehr schleimige Nahrungsmittel vor.

Zugegeben, es stand auch drauf (in Katakana): "neba-neba sarada", was sich quasi übersetzen lässt mit "Klebi-Klebi-Salat". Nagut. Ich habe tapfer aufgegessen!

14. Dezember 2016:
0-Yen-Banknote

Der aus Yokohama stammende Künstler AKASEGAWA Katsuhiko wollte in den 70er-Jahren zu einer Ausstellungseröffnung einladen. Seine Einladungen bestanden aus der Reproduktion einer 1000-Yen-Banknote, mit weiteren Details auf der Rückseite. Long story short, die Polizei wurde darauf aufmerksam und er wurde der Geldfälschung angeklagt. Der Prozess zog sich über mehrere Jahre hin, und im Laufe dessen erstellte er auch eine Serie von "0-Yen-Banknoten", wie rechts abgebildet, die offensichtlich kein "echtes" Geld darstellten. Er lud Kunstsammler dazu ein, diese Banknoten bei ihm gegen "echte" einzutauschen, bis irgendwann kein reales Geld mehr im Umlauf sein sollte.

(Gesehen in der Intermediateque in Tokyo)

15. Dezember 2016:
Yuru-chara

So gut wie jede Stadt oder Region in Japan hat ein Maskottchen, das yuru-chara. Dabei handelt es sich um gannnz kawaii Figuren, die oft eine regionale Besonderheit hervorheben -- das Maskottchen von Nara ist beispielsweise ein Mönch mit Rehhörnern, denn beides ist dort sehr verbreitet.

Doch das ungewöhnlichste Maskottchen, das ich bisher gefunden habe, ist Gudetama, ein faules… Ei. (Die Doppelbedeutung ist im Original nicht intendiert :-) Der Name kommt von "gude gude" (faul, im Sinne von nicht-aktiv) und "tamago" (Ei).

16. Dezember 2016:
Toyota-Museum

Zusammen mit einem Freund war ich im Toyota Commemorative Museum of Industry and Technology in Nagoya. Unser Besuch verlief allerdings etwas anders, als man denken könnte.

Die erste Hälfte des Museums widmet sich nämlich dem Teil von Toyota's Geschichte, als die Firma noch Webstühle produzierte. Unzählige Modelle illustrieren die Entwicklung von einfachen Spinnrädern und manuellen Webstühlen hin zu industriellen Großanlagen von vielen Metern Länge. Viele Geräte waren zudem funktionsfähig und wurden regelmäßig vorgeführt! Wir waren beide absolut fasziniert, und haben sicher über vier Stunden dort verbracht. Die letzte halbe Stunde, die das Museum geöffnet hatte, sind wir dann noch schnell durch die Abteilung mit den Autos gelaufen :-D

17. Dezember 2016:
Zwei Hertzen

Das Stromnetz Japans weist eine große Eigenart auf, nämlich die Unterteilung in zwei verschiedene Frequenzen: Westlich von Tokyo kommt der Strom mit 60 Hz aus der Steckdose, während es in Tokyo und Ostjapan überall 50 Hz sind. Das hat historische Gründe: Ende des 19. Jahrhunderts kaufte der Stromversorger Osakas Equipment bei der US-amerikanischen Firma General Electric ein, und nutzte somit den US-Standard von 60 Hz. Tokyo kaufte bei der deutschen Firma AEG ein, und bekam so den europäischen Standard von 50 Hz.

Die Aufteilung blieb bis heute bestehen, und die beiden Systeme werden von drei dicken Frequenzkonvertern verbunden. Das ist auch mal wieder ein schönes Beispiel für den Kooperationswillen der Japaner. Ähnlich wie es in Tokyo drei verschiedene Metrosysteme gibt /o\

18. Dezember 2016:
Ramen à la Hokkaido

Hokkaido ist die nördlichste Präfektur Japans, was nicht zuletzt zur Folge hat, dass dort ein kälteres Klima herrscht als im Rest des Landes. Auf diesen Umstand führe ich jetzt einfach mal ganz unzulässigerweise zurück, dass die Bevölkerungsdichte dort niedriger ist, weshalb mehr Platz für Landwirtschaft und Viehzucht ist. Fakt ist auf jeden Fall, dass Hokkaido bekannt ist für seine Milchprodukte.

Und dass die Bewohner der Präfektur selbst stolz darauf sind, merkt man zum Beispiel daran, dass sie überall Butter hineintun: In Sandwiches, in Gebäck, auf Kekse. Und halt in Ramen. Man sieht das auf dem Foto nicht, aber unter all den ganzen Einlagen befindet sich tatsächlich eine Nudelsuppe. Und links ist die Butter :3

19. Dezember 2016:
"Bitte die Comics nicht im Stehen lesen."

20. Dezember 2016:
Mülltütenhaus

Im Tokyo Rinkai Disaster Prevention Park wird der wahre Grund erklärt, warum man in Japan bei jedem kleinen Fieseleinkauf Mülltüten dazubekommt: Man braucht die, wenn ein Erdbeben einem das Haus zerstört und man plötzlich eine Notunterkunft braucht!

Siehe Bild. Habt ihr schon bemerkt, dass ihr die Fotos jetzt anklicken könnt, um sie näher zu betrachten? ;-)

21. Dezember 2016:
Vollbeschäftigung

Wenn es in Japan an einem nicht mangelt, dann sind es Menschen. Und wenn die eh schon da sind, dann kann man sie doch auch gleich für folgende Tätigkeiten einsetzen:

22. Dezember 2016:
Box-Autos

Die japanischen Autos haben sich über die Jahre den beengten Verhältnissen in ihrem Lebensraum, der Großstadt, angepasst. Ihre Schnauze hat sich zurückgebildet und abgeflacht, sodass sich ihre gesamte Körperform einem Quader annähert, um das nutzbare Volumen zu maximieren.

Ne, mal ernsthaft: In einer Stadt wie Tokyo sind Autos ohnehin Luxusgüter. Beim der Zulassung eines Autos muss man nachweisen, dass man einen festen Parkplatz dafür hat. Und da versuchen dann offenbar die meisten Hersteller, möglichst viel Auto in den begrenzten Parkplatz- oder Garagenraum zu bekommen… ;-)

23. Dezember 2016:
Neujahrs-Lotterie

Neujahrskarten zu versenden hat in Japan große Tradition. In dem Zusammenhang gäbe es viele Kuriositäten zu erläutern, worauf ich heute jedoch hinausmöchte, ist die Neujahrs-Lotterie.

Unten auf jede einzelne Karte aufgedruckt ist eine Ziffenfolge. Mitte Dezember nehmen die Postämter die Neujahrskarten entgegen, stellen sie pünktlich zum 1. Januar zu, und Mitte Januar erfolgt dann die Ziehung der Gewinnzahlen. Je nachdem, wie viele Zahlen der Empfänger einer Karte "richtig" hat, gibt es große oder kleine Preise, meistens handelt es sich um Sachgeschenke. Und da viele Familien hunderte Neujahrskarten erhalten, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie zumindest ein paar Briefmarken gewinnen, recht hoch! :-)

24. Dezember 2016:
Pen Pineapple Apple Pen

In Erinnerung an die frühen Jahre dieses Adventskalenders gibt's heue ein japanisches Mem! Im August 2016 veröffentlichte der japanische Comedian Daimaou Kosaka ein Musikvideo auf YouTube, mit dem klangvollen Namen Pen Pineapple Apple Pen. Schaut euch erstmal das Original an, dauert nur ne Minute. :-D

Naja, es folgte memetische Verbreitung, und mittlerweile wurde das Video 100 Millionen mal angesehen. Wie das immer so ist, entstanden dann natürlich auch viele Parodien, zum Beispiel:

Und damit wünsche ich euch schöne Feiertage und einen guten Jahreswechsel! 読んでくれてありがとう!